Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/lvfs-coreboot-updates-sollen-nutzerfreundlich-werden-1911-144920.html    Veröffentlicht: 12.11.2019 10:31    Kurz-URL: https://glm.io/144920

LVFS

Coreboot-Updates sollen nutzerfreundlich werden

Dank dem Linux-Vendor-Firmware-Service (LVFS) können Linux-Nutzer schnell und einfach Firmware-Updates für ihre Geräte einspielen. Das soll künftig auch mit Coreboot funktionieren.

Bisher ist die Nutzung der freien Firmware Coreboot bis auf Googles Chromebooks und einige Hersteller wenig verbreitet und auch ein Firmware-Update mit Coreboot ist im Vergleich zu gängigen Alternativen wenig nutzerfreundlich. Das zeigt etwa die Anleitung des Herstellers Purism, der Coreboot-Updates durch ein eigenes Skript vereinfachen will. Künftig soll Coreboot aber auch über den Linux-Vendor-Firmware-Service (LVFS) aktualisiert werden können.

Darüber berichtet der Entwickler Patrick Rudolph des Unternehmens 9 Elements, das im Sommer auch einen Coreboot-Port für eine moderne Server-Plattform ankündigte. Mit dem seit rund fünf Jahren existierenden LVFS können wiederum Firmware-Updates durch Hersteller verteilt werden. Mit dem Kommandozeilenwerkzeug Fwupdmgr sowie über die grafischen Anwendungen Gnome Software oder KDE Discover können diese dann einfach von Nutzern eingespielt werden.

Bisher funktioniert das recht einfach für UEFI-Systeme, da diese Firmware-Variante sogar über eine standardisierte Update-Schnittstelle verfügt. Inzwischen unterstützen mit Lenovo, HP und Dell, Asus und Acer auch die Marktführer den Dienst.

Erweiterungen für LVFS notwendig

Damit die einfachen Updates für Coreboot künftig auch über den LVFS funktionieren, müssen laut Rudolph zunächst die Werkzeuge des Dienstes erweitert werden. So hat Rudolph bereits ein Plugin erstellt, das die genutzte Coreboot-Version erkennt.

Zuvor wurde bereits von anderen ein Flashrom-Plugin erstellt, sodass der LVFS das von Coreboot zum Flashen genutzte Standardwerkzeug verwenden kann. Noch hinzukommen müssen laut Rudolph Erweiterungen zum Linux-Kernel, um die Laufzeitinformationen von Coreboot auch tatsächlich an das Linux-System und die darauf laufenden Werkzeuge weiterzureichen.

Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, können Gerätehersteller nach Angaben von Rudolph dann einfache Coreboot-Updates über den LVFS vertreiben. Hilfreich sein sollte das etwa für Nutzer von Rechnern von Purism oder auch System 76, die nun Coreboot-Laptops anbieten. Auch der deutsche Hersteller Tuxedo Computers möchte künftig auf Coreboot setzen.  (sg)


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