Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/energiewende-sonnen-vermietet-solaranlagen-und-elektroautos-1911-144889.html    Veröffentlicht: 08.11.2019 17:29    Kurz-URL: https://glm.io/144889

Energiewende

Sonnen vermietet Solaranlagen und Elektroautos

Selbst Strom produzieren und damit gleich das eigene Elektroauto laden: Das bayerische Unternehmen Sonnen bietet die dafür nötigen Komponenten aus einer Hand. Solarmodule und Elektroautos vermietet der Anbieter.

Vermieten statt Verkaufen: Das bayerische Unternehmen Sonnen verkauft bisher Akkus für das Eigenheim. In Zukunft wird es weitere Komponenten für die die Energie- und die Verkehrswende vermieten: Solaranlagen und Elektroautos.

Das Konzept sieht vor, dass Haushalte sich selbst mit sauberer Energie versorgen: Die Solaranlage produziert Strom aus Sonnenlicht, der in dem Wandakku gespeichert wird, wenn er nicht benötigt wird, oder mit dem ein Elektroauto geladen wird. Auto und Solaranlagen werden aber von Sonnen nicht verkauft, sondern vermietet.

Die Solaranlage gibt es für etwas 70 bis 80 Euro pro Monat. Die Miete für die Solaranlage und die Kosten für Strom aus der Dose, falls der Bedarf höher ist als das, was die Module auf dem Dach liefern, sollen in etwa dem entsprechen, was Kunden auch sonst monatlich bei einem Ökostromanbieter bezahlen.

Zudem bietet Sonnen Elektroautos zur Miete an. Voraussetzung ist, dass der Mieter bereits Kunde des Anbieters ist. Zur Auswahl stehen unterschiedliche Modelle - vom Kleinwagen Renault Zoe bis hin zum SUV I-Pace von Jaguar. Das günstigste Modell ist der Zoe, den Sonnen für 250 Euro im Monat anbietet. Start von Sonnendrive ist Anfang kommenden Jahres.

Der Unterschied zu einem herkömmlichen Leasingmodell ist laut Sonnen, dass die Verträge nicht über mehrere Jahre laufen. Die Laufzeiten fangen bei sechs Monaten an. Danach kann der Kunde die Miete beenden, sie verlängern oder ein anderes Auto mieten. Möglich sei das, weil die sogenannte Sonnen-Community inzwischen groß genug, sei, dass das Unternehmen als Großabnehmer günstige Konditionen bei den Herstellern bekomme, erklärt der Anbieter.

Ähnlich kurze Laufzeiten wie beim Elektroauto gibt es bei den Solaranlagen nicht. Da die Module relativ aufwendig in der Montage sind, beträgt die Mindestmietdauer 20 Jahre. Der Kunde kann die Anlage zudem während der Laufzeit zum jeweils aktuellen Zeitwert kaufen. Die Anlage ist Teil der Sonnen-Community, der laut Sonnen ersten dezentralen Energiegemeinschaft Deutschlands, deren Mitglieder sich gegenseitig sauberen Strom zur Verfügung stellen.

"Die Energiewende muss einfach und bezahlbar sein", sagte Christoph Ostermann, Gründer und Chef des Unternehmens. "Deshalb beseitigen wir bisherige Einstiegsbarrieren genau dort, wo die Energiewende stattfindet, nämlich bei den Menschen zu Hause."

 (wp)


Verwandte Artikel:
Erneuerbare Energien: Shell übernimmt Heimakku-Hersteller Sonnen   
(16.02.2019, https://glm.io/139433 )
Erneuerbare Energien: Der Heimakku als Baustein in der Energiewende   
(05.04.2018, https://glm.io/133360 )
Akkutechnik: Eingebaute Heizung lässt Akkus schneller laden   
(31.10.2019, https://glm.io/144720 )
Google: 1.000.000 US-Dollar für Wechselrichter   
(12.05.2014, https://glm.io/106408 )
Erneuerbare Energien: Solarstraße in Frankreich ist ein Flop   
(19.08.2019, https://glm.io/143276 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/