Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/opensignal-mobilfunkprovider-sind-langsamer-als-direktanbieter-1910-144646.html    Veröffentlicht: 25.10.2019 18:33    Kurz-URL: https://glm.io/144646

Opensignal

Mobilfunkprovider sind langsamer als Direktanbieter

Die Billiganbieter in den Mobilfunknetzen unterliegen weiterhin Begrenzungen bei den Datenraten in den LTE-Netzen der Betreiber. Eine Studie von Opensignal liefert neue Erkenntnisse.

Die Kunden von Mobilfunkprovidern erzielten im Durchschnitt um 23 Prozent langsamere Datenraten als Nutzer, die direkt mit Netzbetreibern Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica verbunden sind. Das ergab eine aktuelle Auswertung von Opensignal, die am 25. Oktober 2019 vorgestellt wurde. Die Upload-Geschwindigkeiten waren im Durchschnitt 20 Prozent geringer.

Eine Ausnahme stellen dabei 1&1 Drillisch und Mobilcom-Debitel dar, bei denen geringere Unterschiede festgestellt wurden. Für O2-gehostete MVNOs (Mobile Virtual Network Operator) lag die Download-Geschwindigkeit um 18 Prozent niedriger, beim Upload waren es 11 Prozent.

Der MVNO-Markt in Deutschland sei stark gesättigt, heißt es in der Mitteilung. "Während Mobilfunkbetreiber ihr Netzwerk mit mehreren virtuellen Carriern teilen, sind die vorherrschenden MVNOs meist Teil größerer Telekommunikations- oder Einzelhandelskonzerne wie 1&1 Drillisch, Aldi, Lidl oder Tchibo oder in einigen Fällen Tochterunternehmen ihres Host-Betreibers. Mobilcom-Debitel (Freenet) ist der einzige MVNO, der in allen drei Host-Netzwerken 4G-Dienste anbietet", erklärte Opensignal. Letzteres hatte der Anbieter Ende August 2019 angekündigt. Freenet nutzt für seine Tarife sowohl das Netz der Deutschen Telekom als auch die Netze von Vodafone und der Telefónica (O2). Vodafone hat sein LTE-Netz bereits seit April 2019 für Mobilcom-Debitel-Kunden geöffnet.



"Obwohl schon vor rund acht Jahren eingeführt, haben 60 bis 70 Prozent der deutschen Mobilfunkkunden immer noch keinen LTE-Anschluss. Genau daher rührt ein Großteil der Funkloch-Beschwerden", sagte Rickmann von Platen, Vorstand Partnerbeziehungen (CCO) bei Freenet, im Januar 2019. "Diese vielen Kunden ohne LTE-Tarif sind auf veraltete UMTS-Netze angewiesen, die immer größere Lücken aufweisen, weil die Betreiber sie zurückbauen", betonte der Vorstand.

 (asa)


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