Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/onpc-drahtlosprotokoll-erhoeht-sensorenreichweite-um-67-meter-1910-144602.html    Veröffentlicht: 24.10.2019 10:14    Kurz-URL: https://glm.io/144602

Onpc

Drahtlosprotokoll erhöht Sensorenreichweite um 67 Meter

Ein simples binäres Signal reicht aus, um viele Sensoren zu steuern. On-Off Noise Power Communication nutzt genau dieses Prinzip. Das Protokoll soll ausschließlich über Software umgesetzt werden und benötigt keine zusätzliche Hardware. Es ersetzt daher keine bereits etablierten Standards.

Forscher der Brigham Young University in den USA entwickeln ein Drahtlosprotokoll, das die Reichweite von IoT-Sensoren um bis zu 67 Meter vergrößern soll. Dazu sei keine Änderung an der Hardware selbst notwendig. Das Protokoll On-Off Noise Power Communication funktioniert mit gängigen Sensoren, die im 2,4-GHz-Bereich, also im herkömmlichen WLAN funken. "Das ist das wirklich Coole an der Technik: Sie wird komplett in Software realisiert", sagte Phil Lundrigan dem Wissenschaftsmagazin Science Daily.

Der Name On-Off Noise Power Communication (Onpc) suggeriert bereits ein wenig, wie das funktionieren soll: Ein Sender strahlt ein simples binäres Signal aus, das in einem bestimmten Muster an- und ausgeschaltet wird. Die Forscher gehen davon aus, dass Geteways selbst bei hohem Rauschen aus weiter Entfernung noch in der Lage sind, ein solches Muster zu erkennen. Ein Knoten weiß damit im Prinzip, dass es das aussendende Gerät noch gibt.

Schaltungen an- und ausschalten

Das wiederum reicht aus für einfache IoT- oder Smart-Home-Steuerungen. Gateways können mit einem binären Signal beispielsweise Sensoren ein- und ausschalten. Diese könnten wiederum daran angeschlossene Garagentore öffnen und schließen oder das Licht ein- und ausschalten. Viele Smart-Home-Adapter sind simple Schalter. Allerdings funktioniert das nicht mit Sensoren, die Daten übertragen oder Applikationen in Stufen regeln - Thermostate und andere Messgeräte oder dimmbare LED-Beleuchtung etwa.

Das Onpc-Protokoll soll, wenn es finalisiert wurde, künftig WLAN ergänzen und nicht ersetzen. Der Vorteil: WLAN ist in fast jedem heimischen Netzwerk vorhanden und daher eigentlich immer verfügbar. Weitreichende Protokolle wie Lora, die auch Datenübertragung ermöglichen, werden dadurch aber nicht ersetzt.  (on)


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