Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/media-control-unit-totgeschriebener-flash-speicher-legt-teslas-lahm-1910-144560.html    Veröffentlicht: 23.10.2019 10:47    Kurz-URL: https://glm.io/144560

Media Control Unit

Totgeschriebener Flash-Speicher legt Teslas lahm

Weil das Infotainment-System sehr viele Logs ablegt, wird der Flash-Speicher in älteren Tesla-Fahrzeugen zu oft beschrieben, was zum Ausfall der Media Control Unit (MCU) führen kann. Das Auto lässt sich dann schlicht nicht mehr laden. Elon Musk beschwichtigt derweil via Twitter-Post.

Das Problem ist bekannt: Jason Hughes von 057 Technology beklagt sich öffentlich über Ausfälle und Elon Musk antwortet bei Twitter, es soll mittlerweile deutlich besser sein. Die Rede ist von der Menge an System-Logs, welche bei Tesla-Fahrzeugen dafür sorgen, dass die Media Control Unit ausfällt, indem der NAND-Flash-Speicher totgeschrieben wird und sich das Auto nicht mehr laden lässt.

Eigentlich ist die MCU für das Infotainment-System verantwortlich, bei einem Ausfall schalten die Autos aber in einen Notfallmodus. Das Problem betrifft das Model X und das Model S, beide verwenden die MCU0 oder MCU1 mit einem Tegra-3-SoC von Nvidia. Das Linux-Betriebssystem schreibt seine System-Logs auf die eMMC (Embedded Multimedia Card), einen verlöteten NAND-Flash-Speicher.

An sich sorgt Wear Leveling dafür, dass alle Zellen eines Flash-Chips gleichmäßig abgenutzt werden. Zwar verwendet Tesla eine passende Firmware, aber mit 8 GByte offenbar zu wenig Speicherkapazität für ausreichend Over Provisioning, weshalb es zu Ausfällen kommt. Im Model 3 steckt die MCU2 mit einem Atom E3800 von Intel, hier sind 32 GByte vorhanden und zudem eine SD-Karte für Logs.

In den USA gibt es weniger als eine Handvoll an Werkstätten, welche den Flash-Speicher der MCUs austauschen können, darunter 057 Technology. Das übliche Vorgehen ist, ansonsten die komplette Media Control Unit zu tauschen, was mehrere Tausend US-Dollar oder Euro kostet. Wird eine MCU0 gegen eine MCU1 gewechselt, gibt es unter anderem LTE statt 3G und ein besseres Bild der Rückfahrkamera.  (ms)


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