Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/video-streaming-drm-von-disney-macht-linux-nutzern-probleme-1910-144540.html    Veröffentlicht: 22.10.2019 10:11    Kurz-URL: https://glm.io/144540

Video-Streaming

DRM von Disney+ macht Linux-Nutzern Probleme

Eigentlich soll der Streamingdienst Disney+ auch im Desktop-Browser laufen. Laut einem Fedora-Entwickler geht das anders als mit Netflix oder Amazon Prime jedoch noch nicht unter Linux. Ursache ist offenbar das DRM-System.

Der Fedora-Entwickler und Red-Hat-Angestellte Hans de Goede hat Disneys kommenden Streamingdienst Disney+ im Rahmen einer Testphase nach dessen Linux-Unterstützung untersucht. Und obwohl der Anbieter bereits vor Monaten angekündigt hat, dass Disney+ auch in Desktop-Browsern laufen soll, macht eben dieser Einsatz laut de Goede unter Linux Probleme.

Dem Blogeintrag des Entwicklers zufolge zeigt der Dienst derzeit nur einen Fehlercode beim Versuch, das Streaming mit dem Firefox- oder dem Chrome-Browser zu starten. Nach Rücksprache mit dem Helpdesk des Anbieters bekam de Goede die Information, dass Disney der Fehler bekannt sei. Er trete oft mit Desktop-Browsern oder bestimmten Endgeräten auf. Das zuständige Team arbeite an einer Lösung.

Doch auch mehr als einen Monat später ist das Problem laut de Goede noch nicht behoben. Außerdem berichten nach Angaben des Entwicklers viele weitere Nutzer von dem Fehler. Der Grund dafür ist offenbar die Art und Weise, wie Disney+ den Kopierschutz über das Widevine-DRM-System von Google einsetzt. Dieses nutzt drei verschiedene Sicherheitsstufen und Disney+ nutzt offenbar die strikteste dieser drei, welche jedoch nicht unter Linux bereitsteht.

Mit diesem technischen Problem sind auch einige andere Streaminganbieter wie etwa Netflix konfrontiert. Diese passen jedoch ihre verfügbare Streamingqualität an diese Sicherheitsstufen an. Deshalb ist Netflix im Browser unter Linux nur maximal in 720p verfügbar, unter ChromeOS und MacOS mit dem Safari jedoch in 1080p und mit dem Edge-Browser unter Windows sogar in 4K. Ob Disney das Problem mit der Linux-Unterstützung noch vor dem offiziellen Start im November beheben kann, wird sich zeigen.  (sg)


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