Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/netzbetreiber-huawei-verhandelt-5g-lizenzierung-an-usa-1910-144529.html    Veröffentlicht: 21.10.2019 13:27    Kurz-URL: https://glm.io/144529

Netzbetreiber

Huawei verhandelt 5G-Lizenzierung an USA

Das Angebot des Huawei-Chefs, die 5G-Technologie an die USA zu lizenzieren, wird angenommen. Erste Gespräche sind angelaufen, aber der Ausgang ist noch offen.

Huawei führt erste Gespräche mit US-Telekommunikationsunternehmen über die Lizenzierung der 5G-Netzwerktechnologie. Das sagte Vincent Pang, Senior Vice President und Westeuropachef des Unternehmens, der Nachrichtenagentur Reuters. Einige Unternehmen hätten Interesse an einer langfristigen Vereinbarung oder einer einmaligen Übertragung bekundet. Namen nannte er nicht.

"Es gibt einige Firmen, die mit uns sprechen, aber es wäre noch eine lange Reise, um wirklich alles fertigzustellen", erklärte Pang bei einem Besuch in Washington. "Sie haben Interesse gezeigt", fügte er hinzu. Die Gespräche seien aber noch in einem sehr frühen Stadium.

Huawei-Chef Ren Zhengfei hatte angeboten, US-Unternehmen die 5G-Technologie zur Verfügung zu stellen. Ren sagte, US-Firmen könnten "auch unsere 5G-Technologien modifizieren, um ihre Sicherheitsanforderungen zu gewährleisten". Sie könnten sogar "den Software-Code ändern".

Mit einem am 15. Mai 2019 erlassenen Dekret hatte US-Präsident Donald Trump den nationalen Notstand für die Telekommunikation erklärt. Das US-Handelsministerium untersagte alle Geschäfte, die "ein Risiko für die USA darstellen", und setzte Huawei auf die sogenannte Entity-Liste von betroffenen Unternehmen. Die USA haben keinen nationalen 5G-Mobilfunkausrüster. Lucent Technologies fusionierte im Jahr 2006 mit der französischen Alcatel. Das Gemeinschaftsunternehmen wurde später von Nokia gekauft. Das Mobilfunknetzgeschäft von Motorola Solutions ging im Jahr 2010 an Nokia Siemens Networks. Cisco und Adtran versuchen, im 5G-Bereich ein Angebot aufzubauen, haben aber keine End-to-End-Technologie.

Die Trump-Regierung hat auch Anklage gegen Huawei erhoben, dem es Bankbetrug, Verstöße gegen US-Sanktionen gegen den Iran und Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen vorwirft, was Huawei bestreitet. Die USA konnten bisher keine Belege für Hintertüren in Produkten von Huawei oder eine Zusammenarbeit mit dem chinesischen Geheimdienst vorlegen.

 (asa)


Verwandte Artikel:
NTT Docomo: Erstes 5G-Netz benötigt mehr Millimeterwellen-Spektrum   
(17.10.2019, https://glm.io/144476 )
Code-Hoster: Gitlab will nicht über Politik und Moral diskutieren   
(16.10.2019, https://glm.io/144453 )
Quartalsbericht: Huawei steigert Umsatz trotz US-Embargo   
(16.10.2019, https://glm.io/144448 )
FWA: Huawei verspricht schnellen Glasfaserausbau ohne Spleißen   
(16.10.2019, https://glm.io/144460 )
Huawei: "No Fiber - No Future"   
(16.10.2019, https://glm.io/144445 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/