Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/adata-se800-im-test-flotte-externe-ssd-mit-durchdachten-komponenten-1910-144500.html    Veröffentlicht: 24.10.2019 09:05    Kurz-URL: https://glm.io/144500

Adata SE800 im Test

Flotte externe SSD mit durchdachten Komponenten

Die Adata SE800 steckt in einem kompakten Gehäuse, das nach IP68 vor Wasser und Staub geschützt ist. Im Inneren finden wir interessante Komponenten, durch das die NVMe-SSD knapp 1 GByte/s erreicht.

Bisher gibt es nur sehr wenige externe SSDs mit USB-3.2-Gen2-Schnittstelle, beispielsweise die Extreme Pro Portable SSD von Sandisk. Mit der SE800 von Adata wurde im Sommer 2019 ein weiteres Modell angekündigt, welches bei ähnlicher Geschwindigkeit durch einen IP68-Schutz und kompaktere Maße punkten soll. Wir haben uns die blaue SSD aus Taiwan genauer angeschaut.

Mit 73 x 44 x 12 mm fällt die SSD deutlich kleiner aus als die Extreme Pro Portable von Sandisk (112 x 58 x 11,5 mm) und auch als eine Portable SSD T5 von Samsung (74 x 58 x 10,5 mm). Adata liefert die SE800 mit einem 23 cm langen USB-C-auf-USB-C-Kabel aus, grundsätzlich kann die volle Geschwindigkeit aber auch über eine USB-A-Buchse erreicht werden. Der Hersteller benennt den Standard erfreulicherweise korrekt als USB 3.2 Gen2, damit sind theoretisch bis zu 10 GBit/s, also 1.250 MByte/s, erreichbar.

Die SE800 ist nach IP68 vor Wasser und Staub geschützt, dank dessen soll die SSD bis zu 30 Minuten lang in einer Tiefe von maximal 1,5 Metern unter Wasser gehalten werden können. Zudem ist das Gerät nach MIL-STD-810G zertifiziert; dieser Standard beinhaltet unter anderem Fall- und Temperaturtests. Auf beiden Seiten der SE800 befindet sich eine Gummierung, um sie abzudichten. Mit sanfter Gewalt kann die SSD geöffnet werden.

Anders als die Mitbewerber setzt Adata nicht auf eine M.2-SSD samt Adapterplatine, sondern auf eine dedizierte Entwicklung: Das einseitig bestückte Board unseres 512-GByte-Modells nutzt zwei Flash-Packages mit Adata-Aufdruck, laut Hersteller handelt es sich um 64-Schicht-TLC-Speicher (B17A) von Intel/Micron. Als Controller finden wir erst kürzlich vorgestellten Shasta (IG5208) von Innogrit vor. Er unterstützt keinen DRAM-Cache, dafür aber NVMe und zwei PCIe-Gen3-Lanes. Folgerichtig verlötet Adata noch den ASM2362 von Asmedia, einen Bridge-Chip von NMVe/PCIe-auf-USB-3.2-Gen2.

Wir halten die Auswahl der Komponenten für durchdacht, denn ein DRAM-Cache würde die SSD eventuell größer und vor allem teurer machen. Zudem wäre es Verschwendung, einen Controller mit Unterstützung für vier PCIe-Gen3-Lanes zu verbauen, wenn der Bridge-Chip nur zwei Bahnen unterstützt. Die liefern zusammen 2 GByte/s abzüglich Overhead, weshalb sie nicht das limitierende Element sind, sondern die USB-3.2-Gen2-Schnittstelle. Auch andere Bridge-Chips wie der Jmicron JMS583 auf unserer externen Selbstbau-NVMe-SSD nutzen nur zwei PCIe-Gen3-Lanes.

Adata zufolge funktioniert die SE800 unter Android, Linux, MacOS und Windows. Wir haben das kurz mit einem Pixel 2, einem Macbook Air Late 2018 sowie einem Ryzen-basierten Desktop-PC ausprobiert und können die Aussage des Herstellers bestätigen. Die maximale Lese- und Schreibrate der externen SSD liegt an einem USB-3.2-Gen2-Anschluss unseren Messungen zufolge bei rund 985 MByte/s. Zumindest unter Windows 10 laufen einfache Übertragungen aber nur mit 450 MByte/s, dafür bricht die Geschwindigkeit auch beim Vollschreiben nicht ein. Der SLC-Puffer beläuft sich auf 4,5 GByte (512 GByte) und 9 GByte (1 TByte).

Verfügbarkeit und Fazit

Die SE800 ist eine flotte und dabei sehr kompakte externe SSD, die überdies auch noch nach IP68 vor Wasser und Staub geschützt ist. Adata verkauft sie mit 512 GByte Kapazität für 110 Euro und mit 1 TByte Speicherplatz für 170 Euro. Zum Vergleich: Die Extreme Pro Portable SSD von Sandisk gibt es auch mit 2 TByte und Hardware-Verschlüsselung, sie ist aber deutlich größer, nur nach IP55 geschützt und wesentlich teurer.  (ms)


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