Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ceconomy-offene-fuehrungskrise-bei-media-markt-und-saturn-1910-144499.html    Veröffentlicht: 18.10.2019 18:00    Kurz-URL: https://glm.io/144499

Ceconomy

Offene Führungskrise bei Media Markt und Saturn

Die Diskussion um die mögliche Absetzung von Ceconomy-Chef Jörn Werner sollte eigentlich noch nicht öffentlich werden. Jetzt wissen es alle, und es gibt keinen Nachfolger.

Die Führungskrise beim Elektronikhändler Ceconomy (Media Markt, Saturn) hat sich schneller zugespitzt als erwartet. Wie der Spiegel berichtet, waren die Spannungen zwischen Ceconomy-Chef Jörn Werner und Ferran Reverter, der die Ceconomy-Tochter Media-Saturn-Holding (MSH) führt, bekannt. Dies sollte auf der Aufsichtsratssitzung in dieser Woche diskutiert werden - eine endgültige Entscheidung, Werner zu entlassen, wurde aber nicht getroffen.

Weil die Tagesordnung für die Sitzung durch das Manager Magazin bekannt wurde, sah sich das Unternehmen am Dienstagabend gezwungen, eine Ad-hoc-Meldung zu veröffentlichen und Werner, wie ein Mitgesellschafter laut Spiegel sagte, quasi "öffentlich hinzurichten". Werner war erst im März in den Konzern geholt worden, um die Elektronikmarktkette neu aufzustellen.

Gesellschafterkreise: "Jemand anderen haben wir derzeit nicht"

Dass Reverter der Nachfolger von Werner wird, scheint ausgeschlossen. Der Aufsichtsrat hat damit ein Führungsproblem. "Jemand anderen haben wir derzeit nicht", heißt es aus Gesellschafterkreisen. In einem wenigstens ist sich der Aufsichtsrat einig: Bevor ein Nachfolger gesucht wird, muss die Unternehmensstruktur angepasst werden. "Es muss klar sein, wer wem was zu sagen hat." Werners Vorgänger Pieter Haas war sowohl Chef von Ceconomy als auch der Media-Saturn-Holding.

Laut Unternehmensangaben wird Aufsichtsrat Bernhard Düttmann zum vorläufigen neuen Konzernchef für die nächsten zwölf Monate benannt. Der frühere Beiersdorf-Manager führte bereits vor Werners Einsetzung übergangsweise den Ceconomy-Vorstand.

Im Frühjahr dieses Jahres berichteten Medien, dass Ceconomy plane, 500 Stellen abzubauen, um Kosten einzusparen. Die Sparmaßnahmen sollen sich vor allem auf die Konzernzentralen von Ceconomy in Düsseldorf und den Hauptsitz von Media-Saturn in Ingolstadt beziehen und auch viele Leitungspositionen betreffen

 (asa)


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