Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/tim-cook-apple-ceo-verteidigt-die-sperrung-der-hongkong-protestapp-1910-144377.html    Veröffentlicht: 11.10.2019 10:12    Kurz-URL: https://glm.io/144377

Tim Cook

Apple-CEO verteidigt die Sperrung der Hongkong-Protestapp

Auch Apple-CEO Tim Cook findet es richtig, dass die App Hkmap.live gesperrt wurde. Sie sei vielerlei für Straftaten missbraucht worden. US-Politiker und andere Parteien sehen die Entscheidung eher skeptisch.

In einem Brief an seine Mitarbeiter verteidigt Apple-CEO Tim Cook die Entscheidung, die Applikation Hkmpap.live aus dem App Store für iOS zu entfernen. Über die Software haben sich Demonstranten in Hongkong organisieren können. Allerdings sei sie missbraucht worden, schreibt Cook. Einige Bürger sollen sie genutzt haben, um gezielt Polizeibeamte zu finden und zu bedrohen. Außerdem sollen so Regionen innerhalb Hongkongs, die durch wenige Polizeikräfte abgedeckt seien, vandalisiert und geplündert worden sein.

"Die gefragte App hat das Berichten und Kartografieren von Polizeicheckpunkten, Protestansammlungen und anderer Information ermöglicht. Für sich selbst genommen ist das nobel", schreibt Cook in der E-Mail, die dem US-Magazin The Verge vorliegt. Dass sie für Straftaten genutzt werde, habe Apple von der Hongkonger Cybersicherheits- und Technik-Abteilung erfahren. Auch einige Nutzer selbst sollen davon berichten. Die Entscheidung, die Software aus dem App Store zu entfernen, sei die beste Wahl zum Schutz der Kunden gewesen, heißt es.

Die Aussagen von Tim Cook decken sich weitgehend mit der vorangegangenen öffentlichen Stellungnahme von Apple. Einige Parteien stehen dem kritisch gegenüber, darunter auch US-amerikanische Politiker: Apple stelle sich auf die Seite Chinas. "Wer leitet Apple wirklich? Tim Cook oder Beijing?", schreibt Senator Josh-Hawley auf Twitter.

China als wichtiger Markt beeinflusst Entscheidungen

Viele internationale Unternehmen sind darauf bedacht, den chinesischen Markt als einen der größten auf der Welt zu bedienen. Neben Apple hat beispielsweise auch Activision Blizzard daher zugunsten der chinesischen Regierung entschieden. Ein Hearthstone-Spieler wurde gesperrt, da er vor der Kamera Parolen für die Proteste in Hongkong aufgesagt hatte. Sein Preisgeld wurde zurückgenommen und auch die zwei anwesenden Kommentatoren wurden entlassen.

Die Volksrepublik nimmt Kritik nicht unbedingt gern hin. Das bestätigt die landesweite Sperrung der Comedy-Serie South Park, nachdem die Episode 8 der Staffel 12 ausgestrahlt wurde, die Zensur in China stark kritisiert.  (on)


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