Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/fairtube-google-laedt-die-youtuber-gewerkschaft-zu-gespraechen-ein-1909-144009.html    Veröffentlicht: 22.09.2019 12:08    Kurz-URL: https://glm.io/144009

Fairtube

Google lädt die Youtuber-Gewerkschaft zu Gesprächen ein

Mehr Transparenz, mehr Entscheidungsrecht und eine Anlaufstelle: Fairtube fordert von Googles Videoplattform Youtube bessere Arbeitsbedingungen für Inhalteersteller. Die Parteien werden im Oktober miteinander sprechen. Beide Seiten sind in ihren Ansichten recht weit voneinander entfernt.

Die Initiative Fairtube wird sich am 22. Oktober 2019 mit dem Videoportal Youtube zusammensetzen. Ziel ist es, mehr Transparenz bei Entscheidungskriterien zu schaffen, die Auswirkungen auf die Monetarisierung von Youtube-Videos haben. Außerdem will Fairtube mit Google in Berlin über eine unabhängige Schlichtungsstelle sprechen. Mitglieder fordern qualifizierte und menschliche Ansprechpartner für die vielen Inhalteersteller auf der Plattform.

Ein Initiator ist der deutsche Youtuber Jörg Sprave, der auf seinem Kanal The Slingshot Channel Armbrüste und Wurfapparate baut und vorstellt. Seit einer Änderung im Jahr 2018 können Werbeträger entscheiden, an welche Kanäle sie ihre Werbebanner knüpfen wollen. Gerade US-Kanäle, die Waffen als Symbol von Gewalt zeigen, werden dadurch teilweise ignoriert oder übergangen. US-Channels wie Demolition Ranch holen sich deshalb externe Sponsoren und alternative Merchandising-Geschäfte als Einnahmequelle heran.

Millionen Abonnenten reichen nicht mehr

Sprave selbst bestätigt laut Spiegel, dass er trotz 2,3 Millionen Abonnenten mittlerweile nicht mehr von den Werbeeinnahmen des Kanals leben könne. Er und andere Mitglieder von Fairtube fordern daher Mitbestimmung, etwa in Form eines Beirates.

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Fairtube wird von der Gewerkschaft IG Metall unterstützt. Die Punkte, welche die Initiative vorbringen möchte, ähneln einer gewerblichen Arbeitnehmervereinigung. Acht Stunden vor dem Fristende äußerte sich Youtube am 23. August 2019 zu solchen Forderungen und gab eine recht generische Antwort.

Videohersteller sind aus Sicht von Youtube keine Arbeitnehmer im Sinne des Rechtes. Spave anwortete darauf mit einem eigenen Video und konnte sich darin Analogien wie Sklavenarbeit nicht verkneifen.  (on)


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