Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0106/14396.html    Veröffentlicht: 18.06.2001 09:38    Kurz-URL: https://glm.io/14396

Männer versenden keine E-Mails zum Thema Liebe

Auswertung einer von MSN in Auftrag gegebenen Studie zur E-Mail-Verwendung

MSN hat jetzt die Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, die sich mit der Nutzung und den Inhalten von E-Mails beschäftigt. Dazu wurden im Herbst letzten Jahres über 100 MSN-Hotmail-Kunden für die Teilnahme an der Studie akquiriert, die ihren E-Mailausgang für die Forschungszwecke zur Verfügung stellten.

Insgesamt wurden 2336 E-Mails vom Centrum für Informations- und Sprachverarbeitung der Ludwig-Maximilians-Universität München analysiert. Die Teilnehmer hatten sich über ein Angebot auf der MSN-Homepage für die Untersuchung angemeldet. Bei der Studie wurden nur die ausgehenden E-Mails ausgewertet, um den Datenschutz zu gewährleisten. Zudem unterschrieben die Teilnehmer eine Einverständniserklärung, dass ihr E-Mailausgang analysiert werden darf.

Zuerst mussten die 107 Probanden in einem Fragebogen Auskunft über ihre E-Mail-Nutzung geben. Von Anfang September leiteten sie dann über einen Zeitraum von insgesamt knapp zwei Monaten ihre ausgehenden E-Mails an eine eigens von der Ludwig-Maximilians-Universität eingerichtete E-Mail-Adresse weiter. Während der nachfolgenden fünf Monate wurden die E-Mails wissenschaftlich ausgewertet.

Die ausgewerteten E-Mails wurden in private und in geschäftliche E-Mails kategorisiert. Von den insgesamt 2339 ausgewerteten E-Mails waren knapp drei Viertel (1691) privater Natur, wobei der umfassendste Bereich "Freunde, Bekannte & Familie" ausmachte (49,85 Prozent der privaten E-Mails, 36 Prozent aller ausgewerteten E-Mails), gefolgt von "Computer & Internet" (22 Prozent der privaten E-Mails, 16 Prozent aller ausgewerteten E-Mails), "Beziehung, Liebe & Flirt" (7,7 Prozent der privaten E-Mails, 5,6 Prozent aller ausgewerteten E-Mails) und "Arbeit, Schule & Uni" (3 Prozent der privaten E-Mails, 2,2 Prozent aller ausgewerteten E-Mails).

Mit einem Gesamtanteil von rund 17 Prozent spielen die geschäftlichen E-Mails nur eine untergeordnete Rolle. Mit 25 Prozent bilden 'Bestellungen von Waren und Dienstleistungen' den Hauptanteil, gefolgt von den Unterkategorien "Accountprobleme & Webmasteranfragen" (7,5 Prozent), "Themen rund um PC & Internet" (7 Prozent) oder "Warenangebote & Produktinfos" (5,5 Prozent) und "Forwards von E-Mails" mit geschäftlichen Inhalten (4 Prozent).

Zudem wurden deutliche Unterschiede bei der E-Mail-Nutzung zwischen Männern und Frauen festgestellt: E-Mails zu "Familieninternes", "psychologische Aufmunterungen" und auch zu "Liebe, Beziehung & Partner" sind ausnahmslos Frauensache, von Männern kam hierzu kein einziger Beitrag. Bei den männlichen Teilnehmern dominierten dafür klar Themen wie "Forwards von kommerziellen Mails" (100 Prozent) und E-Mails zu "Arbeitssituation & Bewerbung".  (tw)


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