Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/bayern-mobilfunkversorgung-an-autobahnen-weiter-lueckenhaft-1909-143920.html    Veröffentlicht: 17.09.2019 17:41    Kurz-URL: https://glm.io/143920

Bayern

Mobilfunkversorgung an Autobahnen weiter lückenhaft

Bayern hat als erstes Bundesland selbst nachgemessen und herausgefunden, dass der LTE-Ausbau nicht den Auflagen entspricht. Am besten steht die Telekom da. Doch eigentlich hätte die Landesregierung gar nicht selbst messen müssen.

Die Mobilfunkbetreiber müssen sich beeilen, um in Bayern die Versorgung auf Autobahnen zu verbessern. Das gab Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am 17. September 2019 bekannt. Das Ministerium hat mit eigenen Messungen Lücken in der LTE-Versorgung auf den Autobahnen dokumentiert. "Die Netzbetreiber haben zugesagt, bis Jahresende 2019 eine lückenlose Versorgung auf den Autobahnen zu gewährleisten. Sie müssen noch zulegen, um diese Vereinbarung zu erfüllen."

Die Messungen des IT-Beratungsunternehmens IK-T auf rund 2.500 Autobahn-Kilometern belegen weiße Flecken in der 4G-Mobilfunkversorgung auf Fernstraßen. Die Mobilfunkabdeckung der drei Netzbetreiber erreicht nach der Überprüfung mit einem kalibrierten Messsystem für die Deutsche Telekom 98 Prozent, für Vodafone 93 Prozent und für Telefónica/O2 nur 71 Prozent. Dafür wurden vier Millionen Messpunkte erfasst.

Bayern hat als erstes Bundesland die Initiative zur Beseitigung der Mobilfunklücken ergriffen und selbst nachgemessen. Das war eigentlich nicht nötig: Die Mobilfunkbetreiber wissen nach Informationen von Golem.de sehr genau, wo ihre Funklöcher liegen. Aiwanger kündigte an: "Wir werden auch die Qualität der Netze an den ICE-Strecken überprüfen."

Die Bundesnetzagentur hatte die Frequenzvergabe für das LTE-Netz im Jahr 2015 an die drei Betreiber mit der Auflage gekoppelt, bis zum 1. Januar 2020 eine vollständige Versorgung der Bundesautobahnen sicherzustellen.

2.480 Kilometer von insgesamt 2.535 Kilometern deckt die Telekom nach eigenem Bekunden mit ihrem LTE-Netz ab. 55 Kilometer fehlen noch. "Wir haben die letzten Schwachstellen auf dem Schirm", sagte Sven Schreiber, Projektleiter für die Mobilfunk-Versorgung entlang der Autobahnen bei der Telekom Deutschland. "Wir werden an den Autobahnen in Bayern in diesem Jahr noch drei Standorte neu in Betrieb nehmen, außerdem vier Standorte um zusätzliche LTE-Dienste erweitern." In den vergangenen drei Monaten hat die Telekom an 40 Standorten entlang der Autobahnen in Bayern LTE ausgebaut. Vier Standorte hat die Telekom neu errichtet.

 (asa)


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