Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/betrug-verkaeufer-merkte-sich-kreditkartendaten-beim-bezahlen-1909-143731.html    Veröffentlicht: 09.09.2019 12:50    Kurz-URL: https://glm.io/143731

Betrug

Verkäufer merkte sich Kreditkartendaten beim Bezahlen

Ein japanischer Verkäufer soll sich rund 1.300 Kreditkartendaten mittels fotografischem Gedächtnis gemerkt haben. Die Polizei konnte ihn jedoch leicht überführen.

Es müssen nicht immer schlecht gesicherte Webserver und Datenbanken oder manipulierte Geldautomaten beziehungsweise Bezahlterminals sein: Ein Verkäufer in Japan soll rund 1.300 Kreditkartendaten gesammelt haben, die er sich beim Zahlungsvorgang gemerkt hatte. Laut einem Bericht des Onlinemagazins Cnet soll er hierfür sein fotografisches Gedächtnis benutzt haben.

Der 34-jährige Verkäufer arbeitete in einem Einkaufszentrum in Koto, einem Bezirk von Tokio. Dort soll er sich die 16-stelligen Kreditkartennummern, die Sicherheitsnummer sowie das Ablaufdatum während des Zahlungsvogangs gemerkt und später in einem Notizbuch notiert haben.

Die gesammelten Kreditkartendaten nutzte der Verkäufer, um Einkäufe im Internet zu bezahlen, darunter zwei Umhängetaschen im Wert von 2.500 Euro (270.000 Yen). Die Polizei begann zu ermitteln und konnte den 34-Jährigen leicht überführen: Er hatte die Taschen an seine Privatadresse liefern lassen. Bei ihm Zuhause entdeckten die Ermittler anschließend ein Notizbuch mit den rund 1.300 Kreditkartendaten.

Ein Datenleck kommt selten allein

Erst kürzlich tauchten rund 80.000 Kreditkartennummern nach einem Datenleck bei einem Bonusprogramm von Mastercard im Internet auf. Kurz zuvor wurden die Daten von über 100 Millionen Kunden der US-Bank Capital One kopiert.

Auch die Telefonnummern von 420 Millionen Facebook-Nutzern waren offen im Netz zugänglich. Sie sollen über die mittlerweile deaktivierte Freunde-Finden-Funktion des sozialen Netzwerks gesammelt worden sein. Anfang Juli verlangte die britische Datenschutzbehörde eine Strafzahlung von 200 Millionen Euro von der Fluggesellschaft British Airways für ein Datenleck. In der Begründung wurde auf die "schwachen Sicherheitsvorkehrungen" bei der Airline verwiesen.

 (mtr)


Verwandte Artikel:
Priceless Specials: Datenleck bei Bonusprogramm von Mastercard weitet sich aus   
(22.08.2019, https://glm.io/143372 )
Datenleck: 420 Millionen Telefonnummern von Facebook-Nutzern im Netz   
(05.09.2019, https://glm.io/143650 )
Zahlungsdienstleister: Mastercard schließt Bonusprogramm nach Datenleck   
(20.08.2019, https://glm.io/143310 )
Datenschutz: Datenschutzbeauftragter warnt vor Datenpannen in Arztpraxen   
(30.07.2019, https://glm.io/142868 )
Capital One: Über 100 Millionen Kunden von Banken-Hack betroffen   
(30.07.2019, https://glm.io/142854 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/