Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/opensignal-5g-netzwerke-sind-nicht-wegen-der-hohen-datenrate-wichtig-1909-143699.html    Veröffentlicht: 06.09.2019 16:39    Kurz-URL: https://glm.io/143699

Opensignal

5G-Netzwerke sind nicht wegen der hohen Datenrate wichtig

Opensignal hat die ersten 5G-Netzwerke weltweit ausgiebig getestet. Dabei kam man zu dem Ergebnis, dass andere Vorteile wichtiger seien als die hohe Datenrate.

Man brauche 5G-Netzwerke nicht nur wegen der höheren Datenrate, sondern weil die einzelnen Funkzellen mehr Endgeräte unterstützen könnten und eine höhere Bandbreite für alle bieten. Das sagte Ian Fogg, Vice President Analysis bei Opensignal, am 6. September 2019 im Gespräch mit Golem.de. "Die Leute nutzen immer mehr Daten. In den überfüllten Städten sind damit auch weniger Menschen in den 4G-Netzen und das ist gut." Opensignal misst die Leistungsfähigkeit von Mobilfunknetzwerken.

So haben sich bei 5G-Messungen in Südkorea, dem Land mit den meisten Nutzern des neuen Standards, keine allzu großen Unterschiede bei Geschwindigkeit und Latenz im Vergleich zu 4G gezeigt. Bei weltweiten Messungen in ersten 5G-Netzen habe Opensignal in vier Ländern über 1 GBit/s gemessen. Fogg: "Deutschland gehört nicht dazu."

In den vergangenen Jahren hat die mobile Internetnutzung stark zugenommen, jährlich ist die mobil übertragene Datenmenge um mehr als 50 Prozent gewachsen. Und es wird erwartet, dass die Nutzung auch in Zukunft weiter deutlich steigen wird. Die Kapazität einer LTE-Funkzelle liegt bei bis zu 200 aktiven Teilnehmern. 5G wird viele kleine Funkzellen brauchen, in denen zudem durch Beamforming die Kapazität direkt auf den Nutzer gerichtet werden kann.

"Durch die größeren Smartphone-Displays ist auch eine höhere Bildqualität erforderlich", betonte Fogg. Opensignal wird in der kommenden Woche eine Studie dazu veröffentlichen, welches Smartphone das beste Streaming bietet.

Die unabhängigen Messungen von Opensignal sollen den Netzbetreibern relevante Informationen liefern. "Die wissen selbst, wo weiße Flecken sind, aber sie haben den Vergleich zu anderen Netzwerken nicht. Wenn die anderen gut sind und sie sind schlecht, dann müssen sie aktiv werden", sagte Fogg.

Deutschland habe im Vergleich zu anderen europäischen Märkten ein relativ schlechtes Mobilfunknetz, erklärte Fogg. "Viele Smartphones bieten LTE, haben es aber noch nie genutzt." Die Mobilfunkbetreiber verstünden es oft nicht, den Kunden zu vermitteln, dass zu einem etwas höheren Preis auch ein besseres Netzwerk geboten werden könne, meinte Fogg.

 (asa)


Verwandte Artikel:
5G: Grünenchef fordert Ausschluss von Huawei   
(08.09.2019, https://glm.io/143709 )
Scheuer: 1&1 Drillisch beginnt 4G-Ausbau gegen 5G-Ratenzahlung   
(06.09.2019, https://glm.io/143683 )
Cisco: Wenn Docsis 3.1 kein Gigabit liefert, ist der Node zu voll   
(26.08.2019, https://glm.io/143444 )
Opensignal: Mobilfunk viel langsamer als Netzbetreiber angeben   
(07.08.2019, https://glm.io/143053 )
Keine Gigafactory: Tesla will offenbar Autos in Niedersachsen bauen   
(22.08.2019, https://glm.io/143383 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/