Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/jira-trello-asana-zendesk-welches-teamarbeitstool-taugt-wofuer-1910-143591.html    Veröffentlicht: 21.10.2019 09:09    Kurz-URL: https://glm.io/143591

Jira, Trello, Asana, Zendesk

Welches Teamarbeitstool taugt wofür?

Die gute Organisation eines Teams ist das A und O in der Projektplanung. Tools wie Jira, Trello, Asana und Zendesk versuchen, das Werkzeug der Wahl zu sein. Wir machen den Vergleich und zeigen, wo ihre Stärken und Schwächen liegen und wie sie Firmen helfen, die DSGVO-Konformität zu wahren.

Gute Organisation führt zu höherer Effizienz. Teams arbeiten vielleicht auch sehr gut für sich - oder gar jeder Mitarbeiter für sich alleine. Doch sobald eine Struktur vorhanden ist, wird die Arbeit schneller erledigt. Eine gute Struktur resultiert also in höherer Effizienz. Werkzeuge wie Jira, Trello, Asana und Zendesk versuchen, diese Struktur einfacher in Firmen zu integrieren. Dabei geht jede Firma die Lösung mit ihrem eigenen Ansatz an. Am Ende soll das Resultat aber immer das gleiche sein: Effizienz.

Welches Werkzeug kann was?

Als erstes sehen wir uns die Angebote und Schlüsselfunktionen der einzelnen Werkzeuge an.

Jira ist das vermutlich älteste Tool in der digitalen Aufgabenverwaltung. Hersteller ist Atlassian mit Hauptsitz in Sidney, Australien. Der Standort, der Deutschland am nächsten ist, ist Amsterdam. Jira gibt es in vier Versionen: Jira Core, Jira Software, Jira Service Desk und Jira Agile. Diese vier decken die grundliegenden Bereiche des Plan-, Track- & Supportfeldes bei Atlassian ab. Besonders anzumerken ist, dass es Jira auch als On-Premise-Lösung gibt, wobei die volle Kontrolle dann beim Käufer liegt, da dieser die Software auf seinem eigenen Server installiert. Die Versionen Jira Core, Jira Software und Jira Service Desk gibt es ab Oktober kostenlos. Trello ist seit 2017 Teil von Atlassian, nachdem es für 425 Millionen US-Dollar gekauft wurde. Somit ist auch hier der Hauptsitz in Sidney. Trello gibt es in einer Variante, die nach der Registrierung direkt verfügbar ist. Die Projekt- und Teamverwaltung kann in Boards (auf Deutsch: Tafel) mit Listen und Karten gemacht werden.

Mit Trello Gold gibt es ein Zusatzpaket, das zusätzliche Integrationen, größere Anhänge sowie benutzerdefinierte Anpassungen des Boards ermöglicht. Wie bei Jira ist der Atlassian-Standort in Europa Amsterdam. Asana ist vom Umfang her größer als Trello. Allerdings ist Trello auch auf Deutsch verfügbar, Asana gibt es bisher nur in Englisch, Spanisch und Französisch. Programmiert wird es von Asana selbst. Der Hauptsitz liegt in San Francisco, USA. Geworben wird mit den Schlüsselfunktionen der Transparenz, Verantwortung und dem Vertrauen innerhalb des Teams. Nach der Registrierung gibt es drei verschiedene Pläne, wobei der einfachste kostenlos ist. Asana hat einen Standort in München. Zendesk ist ein von Zendesk Inc. mit Hauptsitz in San Francisco programmiertes Werkzeug für die Verbindung zum Kunden. Programmbereiche wie Zendesk Suite und Zendesk Sunshine geben dem Kunden sämtliche Möglichkeiten an die Hand, auf den vom Kunden gewünschten Kanälen in Kontakt zu bleiben. Erweiterungen wie Support, Chat und Explore, die nur drei der Teile von Zendesk sind, ermöglichen dabei eine tiefgehende Integration in das System des Kunden. Jedes Modul ist ausschließlich käuflich zu erwerben, wobei die Suite eine Kombination aus vier Tools darstellt. Zendesk hat einen Standort in Berlin.



Trello ist gut für kleinere Projekte

Die vier Werkzeuge gehen jeweils ihren eigenen Weg zum Ziel. Trello deckt die Anfänge und leichtes Projektmanagement gut ab, bei größeren Projekten kann es eher überfordern. Besonders bei Projekten mit mehreren Gestaltern und Projektmanagern wird es schnell unübersichtlich, wenn die Zuordnung nicht strukturiert ist. Eine Einteilung in Epics und Stories gibt es nicht. Bei Jira gibt es diese Unterteilung, auch kann man beim Erstellen eines neuen Boards, also der Tafel eines Projektes, direkt eine Auswahl treffen, welches Framework genutzt werden soll. Natürlich wird hier neben Kanban auch Scrum unterstützt. Asana hat ähnlich wie Trello eine Übersicht der verschiedenen Lanes, also der verschiedenen Stufen eines Tickets, wie man sie auch bei Scrum oder Kanban kennt. Ebenso soll durch eine Übersicht mit Zeitleiste und Kalender Effizienz geschaffen werden. Wer es schlicht mag, findet eine Übersicht in einer Liste.



Zendesk hingegen hat seine Basis Richtung Support ausgerichtet. Hier geht es weniger um eine Verwaltung für einen Projektmanager, als vielmehr um eine Analyse und die Bearbeitung von Tickets für Support-Center. Über Tools lassen sich daher Zendesk und Jira verbinden. So führt das Beste aus beiden Tools zum gewünschten Erfolg der Effizienz, sogar team- und abteilungsübergreifend. Als Alleinstellungsmerkmal gibt es die Möglichkeit, via Zendesk in einem Teamchat zu kommunizieren, was bei der Konkurrenz von Atlassian über die Zusatzsoftware Atlassian Hipchat gelöst werden muss. Die Verbindung der beiden Werkzeuge ist übrigens bei Softwarefirmen ein gängiges Setup. Wem der Umfang seines Werkzeuges nicht reicht, der kann zum Beispiel bei Jira mit Plugins nachhelfen. Ein Großteil der Plugins ist kostenfrei und muss nicht zusätzlich erworben werden.

Jira ist die Software mit dem größten Umfang

Der Softwareumfang der vier Werkzeuge unterscheidet sich sehr stark und ist abhängig vom Nutzen. Jira ist aus der Entwicklungsumgebung und richtet sich an Software-Unternehmen. Hinzu kommt, dass man Jira mithilfe von Plugins so erweitern kann, wie es der aktuelle Fall nötig macht. Jira ist also die Software mit dem größten Umfang. Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Zendesk ist für den Enterprise-Markt und hat dementsprechend auch einen gewissen Umfang.



Asana reiht sich dabei hinter Jira ein. Eine Erweiterung mit Plugins ist nicht möglich, doch man kann Asana über Apps mit vielen anderen Programmen verbinden.

Die vom Umfang her kleinste Software ist Trello und kann als Basismodell angesehen werden. Wie in der Vergleichstabelle zu sehen ist, bietet Trello eine gute Grundlage für die Projektplanung, sollte aber im Vergleich zu Jira und Asana eher im Bereich Hobby angesehen werden. Nichtsdestotrotz ermöglicht die große Auswahl an Sprachen den Start in die Projektplanung, Trello ist vor allem für kleinere Projekte nicht außer Acht zu lassen. Durch den vergleichsweise kleinen Softwareumfang ist es einfacher zu bedienen und schneller verständlich als die Produkte der größeren Konkurrenz. DSGVO - Meine Daten bleiben meine Daten

Für viele Firmen in Deutschland ist das Thema Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) eine zweischneidige Angelegenheit. Neben der verbesserten Sicherheit und der damit einhergehenden besseren Reputation zur Datensicherheit folgen auch neue Probleme für den Einsatz von Cloud-Software. Von den verglichenen vier Werkzeugen hosten nur zwei ihre Daten in Deutschland beziehungsweise einem anderen europäischen Land - oder geben die Möglichkeit, dies auszuwählen. Atlassian ist sich dabei der Sicherheit bewusst und unternimmt einige Schritte, um allen notwendigen Datenschutz-Richtlinien zu entsprechen. Darüber hinaus setzt Atlassian auch auf die Zwei-Faktor Authentifizierung, was die eigenen Daten noch sicherer macht.

Zendesk geht noch einen Schritt weiter, es hostet in Frankfurt. Mit Hilfe eines Plugins (Data Center Location Add-On | Aufbewahrungsort der Daten) kann in der Zendesk-Oberfläche das Rechenzentrum zum Speichern der Daten ausgewählt werden.

Weder Asana noch Trello, das ebenfalls von Atlassian ist, setzen auf Rechenzentren in Deutschland oder Europa. Wie sie trotzdem versuchen die DSGVO einzuhalten, kann jeweils auf Englisch bei Trello und Asana nachgelesen werden.

Alle Werkzeuge haben - Zendesk jetzt einmal etwas außen vor gelassen - mehr oder weniger das gleiche Ziel. Sie wollen eine Hilfe sein, wenn es um die Umsetzung von mehr Produktivität und Agilität geht. Ebenso wollen sie eine Übersicht geben, was an welchem Punkt der Entwicklung wichtig ist. Entscheidend ist, dass man das richtige Werkzeug für seinen Verwendungszweck findet und sich dabei nicht mit Funktionen und Möglichkeiten überlagert. Am Ende ermöglichen aber alle das Gleiche, nämlich besseres Arbeiten.

Sascha Lewandowski ist seit über zehn Jahren in der IT tätig, zunächst als Linux-Administrator und seit drei Jahren als Cloud Engineer.  (sal)


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