Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/azure-microsoft-versucht-es-mit-der-deutschen-cloud-erneut-1908-143521.html    Veröffentlicht: 29.08.2019 14:06    Kurz-URL: https://glm.io/143521

Azure

Microsoft versucht es mit der deutschen Cloud erneut

Daten in Deutschland speichern und trotzdem eine Verbindung zur Welt haben: Microsoft erneuert sein Angebot mit der zuvor eingestellten deutschen Cloud. Diese basiert auf Azure, soll Daten DSGVO-konform lokal speichern, aber global verfügbar machen.

Microsoft will das Konzept der deutschen Cloud wieder aufleben lassen. Das Unternehmen eröffnet neue Rechenzentren in Deutschland, die Daten wieder innerhalb der Landesgrenzen behalten sollen. Allerdings sind die Server an die internationale Azure-Infrastruktur angebunden. "Sie ermöglichen es Unternehmen und Organisationen sowohl regulatorische als auch Compliance-Anforderungen zu erfüllen und bestimmte Kundendaten in Deutschland zu speichern - mit voller Anbindung an das globale Cloud-Netzwerk von Microsoft", schreibt das Unternehmen in der Pressemitteilung.

Die lokale Datenhaltung sei ein Schlüsselpunkt für deutsche Unternehmen, stellen die Entwickler fest. Gerade für Behörden, den öffentlichen Dienst und den Finanzsektor sei die Einhaltung von strengen Compliance-Regeln wichtig. Die Datenschutzgrundverordnung ist zudem für viele US-Unternehmen eine Hürde.

Azure für Deutschland

Dass Microsoft eine Schnittstelle zur globalen Infrastruktur schafft, soll wohl einem Kritikpunkt an der letzten deutschen Cloud entgegenwirken. Diese war zu eingeschränkt und für global agierende Unternehmen wenig praktisch. Die Anbindung an die Azure-Infrastruktur soll diesen Makel beheben. Allerdings bietet diese Verbindung theoretisch wieder einen Angriffsvektor. Das will Microsoft mit Sicherheitssoftware wie Azure Sentinel und eigenen globalen Compliance-Regeln verhindern.

Das Cloud-Angebot wird in Verfügbarkeitszonen aufgeteilt werden, die sich über einzelne Teile Deutschlands verteilen. Zu den ersten Standorten zählen laut dem Magazin Der Spiegel etwa Frankfurt am Main und Berlin. Für eine vernünftige Redundanz wird es sicher noch weitere Speicherorte geben.

 (on)


Verwandte Artikel:
Windows Server 2008: Microsoft führt durch konfusen Upgrade-Prozess alter Server   
(24.07.2019, https://glm.io/142756 )
Linux Foundation: Chinesische und US-Konzerne kooperieren bei Datensicherheit   
(22.08.2019, https://glm.io/143370 )
Windows 10: VPN-Probleme nach Update und Werbung in Windows Mail   
(19.11.2018, https://glm.io/137792 )
Microsoft: Hololens 2 soll ab September 2019 erhältlich sein   
(29.08.2019, https://glm.io/143515 )
Microsoft: LinkedIn migriert gesamte Infrastruktur in die Azure-Cloud   
(24.07.2019, https://glm.io/142741 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/