Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/open-source-nextcloud-kann-weitere-eu-laender-fuer-sich-gewinnen-1908-143450.html    Veröffentlicht: 27.08.2019 10:19    Kurz-URL: https://glm.io/143450

Open Source

Nextcloud kann weitere EU-Länder für sich gewinnen

Der Open-Source-Anbieter Nextcloud stellt bereits Software für die Bundesregierung. Jetzt sollen Frankreich, Schweden und die Niederlande folgen. Der Grund: Nextclouds Programme sind durch Quelloffenheit transparent und vor Datenspeichern im Ausland sicher.

Der deutsche Open-Source-Cloudanbieter Nextcloud hat in diversen europäischen Ländern eine Ausschreibung gewonnen. Das Unternehmen soll den Behörden von Schweden, Frankreich und den Niederlanden Software zur Verfügung stellen. Das berichtet die Wirtschaftszeitung Handelsblatt. "Den Behörden geht es um höchsten Datenschutz. Und genau das können wir liefern", sagt der Chef und Gründer des Unternehmens, Frank Karlitschek. Er verspricht, dass wichtige Daten nicht auf Servern im Ausland gespeichert werden. Das sei bei großen Anbietern wie AWS, Google und Microsoft nicht immer gegeben.

Nextcloud bietet seinen Dienst bereits seit 2018 in Deutschland an - in Form der Bundescloud. Diese ist für etwa 300.000 Personen im Staatsdienst ausgelegt. Darüber können Mitarbeiter Daten untereinander austauschen. Allein in Frankreich kämen laut dem Handelsblatt etwa 100.000 Anwender hinzu. Regierungsaufträge sind dabei nicht nur umfangreich, sondern meist auch relativ langlebig, da Behörden seltener Änderungen an der Infrastruktur vornehmen.

Nextcloud bietet neben Fileserversoftware in der Cloud auch Onlyoffice an, das Online-Textverarbeitungsprogramm, Tabellenkalkulation und Präsentationseditor enthält und Word, Excel und Powerpoint ersetzen soll. Es ist nicht klar, ob andere EU-Länder dieses Produkt ebenfalls nutzen oder in diesem Fall bei Anbietern wie Microsoft bleiben.

Nextcloud stellt nur die Software und Frameworks für eine Cloud-Umgebung. Die Hardwareebene müssen die Regierungen selbst stellen oder ihrerseits bei einem anderen Cloud-Anbieter mieten. Ein so großes Volumen können allerdings nicht viele Anbieter stellen, wo Regierungen wahrscheinlich wieder bei einem amerikanischen Unternehmen wie AWS landen würden.  (on)


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