Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/umts-3g-abschaltung-kein-thema-fuer-die-bundesregierung-1908-143409.html    Veröffentlicht: 23.08.2019 18:00    Kurz-URL: https://glm.io/143409

UMTS

3G-Abschaltung kein Thema für die Bundesregierung

Nutzer, die kein LTE in ihren Verträgen festgeschrieben haben, sollten wechseln, da 3G zunehmend abgeschaltet werde. Das erklärte das Bundesverkehrsministerium und sieht keinen Grund zum Eingreifen.

Die Bundesregierung sieht keinen Handlungsbedarf, um Mobilfunknutzer mit günstigen Verträgen zu schützen, die kein LTE nutzen können. 3G-Funkanlagen werden von den Netzbetreibern derzeit zunehmend abgeschaltet. "Die Regierung hat keine Kenntnis davon, wie viele Sendeanlagen in diesen Frequenzbereichen genutzt werden", schreibt das zuständige Bundesverkehrsministerium. Die Behörde von Andreas Scheuer (CSU) geht davon aus, dass die Nutzer in Verträge mit LTE wechseln. Das entspreche "den geänderten Kundenanforderungen", erklärte das Ministerium.

Doch diese Verträge kosteten mitunter 20 Euro mehr im Monat, kritisieren die Grünen. "Herrn Scheuer scheint völlig egal zu sein, dass damit gerade für Menschen mit geringem Einkommen die Handynutzung deutlich teurer wird", sagte Grünen-Parlamentarier Oliver Krischer.

In ihrem Netztest 2018 berichtete die Computer Bild, dass Nutzer der Deutschen Telekom mit 3G auf dem Land zu 56,7 Prozent keine stabile Datenverbindung mehr aufbauen könnten. In den Städten sei die Abdeckung mit 3G dagegen noch relativ flächendeckend.

"Obwohl schon vor rund 8 Jahren eingeführt, haben 60 bis 70 Prozent der deutschen Mobilfunkkunden immer noch keinen LTE-Anschluss. Genau daher rührt ein Großteil der Funkloch-Beschwerden", sagte Rickmann von Platen, Vorstand Partnerbeziehungen (CCO) bei Freenet, im Januar 2019.

Laut Messungen von Opensignal verbringen aber auch Deutschlands 4G-Nutzer ein Viertel ihrer Zeit mit 3G- und 2G-Verbindungen. Nutzer eines 4G-fähigen Gerätes mit Datenplan hatten im ersten Quartal des Jahres 2019 in städtischen Regionen in 82,2 Prozent der Zeit eine 4G-Verbindung. In ländlichen Kreisen fiel die Quote auf 73,5 Prozent.

 (asa)


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