Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ascend-910-huaweis-ki-chip-kann-gekauft-werden-1908-143401.html    Veröffentlicht: 23.08.2019 12:30    Kurz-URL: https://glm.io/143401

Ascend 910

Huaweis KI-Chip kann gekauft werden

Huawei macht seine Ankündigung zur Realität und hat den KI-Chip Ascend 910 fertiggestellt. Kunden können den ARM-Prozessor als vorgefertigten Server kaufen. Dort arbeiten 1.024 der Chips parallel an neuronalen Netzwerken. Passend dazu gibt es mit Mindspore ein Framework.

Der chinesische Hersteller Huawei hat seinen KI-Chip Ascend 910 offiziell vorgestellt. Kunden können das Produkt für ihre Projekte erwerben. Das Unternehmen hatte bereits 2018 einen Blick darauf geworfen. Die Chips basieren teilweise auf ARM-Architektur und werden in 7 nm, respektive 12 nm gefertigt. Außerdem sind sie an einen Speichercontroller angebunden, der mit DDR4 oder High Bandwidth Memory kompatibel ist. Schon zur kurzen Vorstellung im letzten Jahr hat Huawei ihnen eine bessere Leistung als Chips von Google und Nvidia zugesprochen.

Der Ascend 910 wird als großer Cluster im Server eingesetzt. So soll ein Ascend-Server 1.024 Ascend-910-CPUS für KI-Berechnungen nutzen. Die Leistung pro Watt soll relativ hoch sein - vor allem gegenüber Nvidias Tesla T4. "Seit wir im Oktober letzten Jahres unsere KI-Strategie verkündet haben, machen wir stetige Fortschritte", sagte Eric Xu, derzeitiger Vorsitzender von Huawei, in der Pressemitteilung. "Der Ascend 910 schneidet viel stärker ab als erwartet."

KI-Framework für Entwickler

Parallel dazu stellt Huawei das KI-Framework Mindspore vor. Dieses soll vergleichsweise wenig Quellcodezeilen für das Entwickeln neuronaler Netze benötigen. Huawei spricht von 20 Prozent weniger Kerncode im Anwendungsfall für Spracherkennung. Mindspore soll zudem einen größeren Wert auf Datenintegrität setzen. "Mindspore trägt zum Schutz der Nutzerdaten bei, da es nur mit Verlaufs- und Model-Daten arbeitet, die bereits zuvor verarbeitet wurden", schreibt der Konzern.

Xu kommentierte Huaweis Ausrichtung gegenüber KI weiter. Das Unternehmen wolle weiterhin in die KI-Kernbereiche Spracherkennung, Bilderkennung und Entscheidungsfindung investieren. Diese Techniken sind etwa für den Smartphonesektor interessant. Dort ist Huawei bekanntermaßen stark vertreten.

 (on)


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