Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/2-000-arbeitsplaetze-tesla-will-offenbar-autos-in-niedersachsen-bauen-1908-143383.html    Veröffentlicht: 22.08.2019 16:32    Kurz-URL: https://glm.io/143383

Keine Gigafactory

Tesla will offenbar Autos in Niedersachsen bauen

Der Elektroautohersteller Tesla erwägt den Bau einer Fabrik in Niedersachsen. Eine Giga-Fabrik für Akkuzellen und Batterien ist allerdings nicht geplant.

Der Elektroautohersteller Tesla will offenbar seine Produktion teilweise nach Deutschland auslagern. Der US-Konzern sei mit einer Anfrage nach einem Fertigungsstandort auf das niedersächsische Wirtschaftsministerium zugekommen, sagte Minister Bernd Althusmann (CDU) nach Angaben der Hannoverschen Zeitung am 21. August in Hannover. Dem Bericht zufolge geht es dabei jedoch nicht um eine sogenannte Giga-Fabrik für die Herstellung von Batteriezellen und Akkus. Die Rede ist von einer reinen Fahrzeugfertigung.

Zur Größe einer solchen Fabrik habe sich das Wirtschaftsministerium nicht äußern wollen, da Vertraulichkeit vereinbart worden sei, heißt es in dem Bericht. Der Zeitung zufolge stehen Emden und das Emsland auf der Liste der potenziellen Standorte ganz oben. Man gehe zunächst von einer kleineren Fabrik aus, die vermutlich nur 1.000 bis 2.000 Mitarbeiter beschäftigen werde und damit deutlich weniger als die 9.000 Mitarbeiter des Emdener VW-Werks.

In den vergangenen Jahren hatte Tesla-Chef Elon Musk mehrfach Investitionen in einen europäischen Produktionsstandort angekündigt. Bislang gibt es nur im niederländischen Tilburg ein Montagewerk für das Model S und das Model X. Im Juni 2018 deutete Musk zudem an, dass Deutschland als Standort für eine Giga-Fabrik in Frage komme. Im März 2019 hieß es dann aber, dass offenbar doch keine Batteriefertigung in Deutschland geplant sei.

An einer solchen Fabrik waren vor allem die Bundesländer Bayern, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen interessiert. Die derzeitige niedersächsische Landesregierung habe sich hingegen zurückhaltend gezeigt, schreibt die Zeitung. Bereits vor drei Jahren - damals noch unter rot-grüner Regierung - habe sich das Land jedoch gemeinsam mit der Stadt Emden um die Ansiedlung einer Batteriefabrik bemüht.

Im September 2018 habe Althusmann dann in einem Brief an Musk noch einmal die Vorteile Niedersachsens angepriesen. Das US-Unternehmen habe anschließend ein Anforderungsprofil erstellt, woraufhin potenzielle Standorte präsentiert worden seien. "Wir werden die Suche Teslas weiterhin positiv begleiten", sagte Althusmann und fügte hinzu: " Ich würde mich über ein Engagement des Unternehmens und die damit verbundenen neuen Arbeitsplätze in unserem Land freuen."

Mit der Serienfertigung des Model 3 hat Tesla seine Produktionszahlen deutlich gesteigert. Allerdings gibt es Berichte über zahlreiche Qualitätsmängel bei den Fahrzeugen. In der vergangenen Woche hatte der Elektroautovermieter Nextmove mitgeteilt, eine Bestellung von 100 Model 3 nach Entgegennahme der ersten 15 Autos gestoppt zu haben. Tesla habe den Auftrag storniert, weil das Unternehmen nicht bereit gewesen sei, die Übernahmemodalitäten zu ändern. Nextmove warf Tesla vor, nach der "Produktionshölle" in einer "Servicehölle" angekommen zu sein.

 (fg)


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