Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/fogcam-aelteste-bestehende-webcam-wird-nach-25-jahren-abgeschaltet-1908-143326.html    Veröffentlicht: 20.08.2019 17:03    Kurz-URL: https://glm.io/143326

Fogcam

Älteste bestehende Webcam wird nach 25 Jahren abgeschaltet

Die Webcam Fogcam nimmt seit 1994 Bilder vom Gelände der San Francisco State University aus auf. Nach 25 Jahren wird die Kamera nun abgeschaltet, laut den Machern unter anderem wegen fehlender guter Aussicht.

Die älteste noch bestehende Webcam der Welt wird nach 25 Jahren abgeschaltet, wie die Macher der Fogcam in San Francisco auf Twitter mitteilen. Die Kamera wurde 1994 das erste Mal aktiviert, abgeschaltet werden soll sie zum 30. August 2019.

Damit stammt die Kamera aus der Frühzeit des kommerziell genutzten Internets. In den 25 Jahren ihrer Existenz hat die Fogcam an verschiedenen Standorten auf dem Gelände der San Francisco State University gestanden und meist in Richtung Holloway Avenue geblickt, wie die Webseite SFGate.com berichtet. Immer wieder musste die Kamera umziehen, hatte danach aber wieder Bilder gesendet.

Das Projekt entstand, als Jeff Schwartz und Dan Wong an der Universität Computerwissenschaften studierten. Ansporn zu einer eigenen Webcam war die Trojan Room Coffee Pot Cam der Universität Cambridge, die ab 1993 Bilder einer Kaffeemaschine übertrug. Wissenschaftler konnten so erkennen, wie viel Kaffee in der Kanne der Kaffeemaschine war. Die Kamera gilt als älteste Webcam, wurde allerdings bereits 2001 abgeschaltet.

Schlechte Aussichten und fehlende Unterstützung seitens der Universität

Als Gründe hat Schwartz im Gespräch mit SFGate.com unter anderem angegeben, dass sie in den vergangenen Jahren Probleme gehabt hätten, einen geeigneten und sicheren Standort auf dem Universitätsgelände zu finden, der zudem noch einen guten Ausblick biete. "Die Universität hat uns toleriert, aber sie unterstützen uns nicht. Daher müssen wir selbst geeignete Standorte finden."

"Wir haben das Gefühl, dass es an der Zeit ist, loszulassen", erklärte Schwartz. Er ist erstaunt, dass es auch nach 25 Jahren noch Nutzer gibt, die sich die Kamera anschauen. "Es war ein kleines Projekt, das ein Eigenleben entwickelt hat. Menschen mochten es, also haben wir es weitergeführt."

Auf Twitter haben zahlreiche Nutzer ihr Bedauern ausgedrückt. Einige schlugen zudem vor, Geld für den Weiterbetrieb zu sammeln.  (tk)


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