Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/standard-10-gbit-s-datenrate-bei-5g-nur-bei-millimeterwellen-1908-143258.html    Veröffentlicht: 16.08.2019 14:54    Kurz-URL: https://glm.io/143258

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10-GBit/s-Datenrate bei 5G nicht immer möglich

Der neue Mobilfunkstandard 5G soll 10 GBit/s, bei einigen Anwendungen sogar 20 GBit/s, und eine sehr niedrige Latenzzeit von weniger als 1 Millisekunde ermöglichen. Doch da gibt es wichtige Einschränkungen.

Dass erste 5G-Netze nicht die erhoffte Datenrate und Latenzzeit erreichen, liegt nicht an leeren Versprechungen der Ausrüster oder falschen Zielen bei der Standardisierung. Eine niedrige Latenzzeit von 1 Millisekunde "war nur für industrielle Anwendungen der Maschinensteuerung und Robotersteuerung gedacht. Niemals für Outdoor oder als Anwendung im freien Feld", sagte Michael Lemke, Senior Technology Principal bei Huawei Germany, Golem.de auf Anfrage.

Die Datenübertragungsrate von 10 GBit/s "setzt dagegen Mikrowellenspektrum voraus. Da ist die Sachlage noch anders", erklärte Lemke. Der neue Mobilfunkstandard 5G soll 10 GBit/s, bei einigen Anwendungen sogar 20 GBit/s, eine sehr niedrige Latenzzeit von weniger als 1 Millisekunde und hohe Verfügbarkeit ermöglichen.

Root Metrics testete in Südkorea die 5G-Netzbetreiber LG Uplus, Korea Telecom (KT) und SK Telecom. LG Uplus lieferte mit 902,7 MBit/s die höchste maximale 5G-Download-Datenrate und mit 426,4 MBit/s die höchste mittlere Downloadrate. Dagegen erreichte SK Telecom eine maximale 5G-Datenrate von 638,7 MBit/s und eine mittlere Download-Geschwindigkeit von 286,9 MBit/s. KT hatte die zweitschnellste maximale Downloadrate von 751 MBit/s, war jedoch der langsamste Anbieter bei der mittleren Geschwindigkeit mit nur 163 MBit/s.

Die mittlere 5G-Latenz für LG Uplus betrug 72 ms, verglichen mit 159 ms im Nicht-5G-Modus. KT erreichte 107 ms, SK Telecom kam nur auf eine Latenz von 195 ms.

Mit steigender Frequenz sinkt die Reichweite, dafür steigt aber auch die erzielbare Datenübertragungsrate. 5G-Netze mit 10 bis 20 GBit/s wären mit Kanalbandbreiten ab 100 MHz im Bereich von 24 bis 86 GHz möglich. Diese Frequenzbereiche würden aber sehr viele Antennenstandorte benötigen, sagte Verizon-Chef Ronan Dunne im August 2019.

 (asa)


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