Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/rdrand-amd-will-kaputte-zufallszahlen-auf-alten-cpus-verstecken-1908-143255.html    Veröffentlicht: 16.08.2019 13:34    Kurz-URL: https://glm.io/143255

Rdrand

AMD will kaputte Zufallszahlen auf alten CPUs verstecken

Patches für den Linux-Kernel sollen verhindern, dass Anwendungen die fehlerhaften Zufallszahlengeneratoren von älteren AMD-CPUs verwenden. Dafür soll die Unterstützung schlicht versteckt werden.

Vor rund einem Monat sind Fehler in den Zufallszahlengeneratoren alter und neuer AMD-CPUs aufgefallen, die zu Abstürzen bei Linux-Systemen führten. Während Hersteller AMD den Hardwarefehler bei den neuen Ryzen-3000-CPUs noch durch ein Firmware-Update behebt, soll die Unterstützung für den Zufallszahlengenerator für alte CPUs versteckt werden. Das geht aus Patches für den Linux-Kernel hervor, die auf der Mailingliste der Kernel-Entwickler veröffentlicht worden sind.

Der zuständige AMD-Entwickler Tom Lendacky bezieht sich in seiner Erläuterung zu dem Code explizit auf die Probleme mit dem Befehl rdrand auf Systemen der Bulldozer- (Fam 15h) und Jaguar-CPUs (Fam 16h). Auf diesen ist die Firmware offenbar dafür verantwortlich, dass der rdrand-Befehl nach dem Aufwachen aus dem Ruhezustand (Suspend) nicht mehr richtig funktioniert.

Um darauf aufbauende Fehler wie eben die Abstürze zu vermeiden, soll der Linux-Kernel künftig dafür sorgen, dass die Unterstützung auf den betroffenen CPUs nicht mehr angezeigt wird. Dafür wird das Register geleert, welches die Information über den Support per CPUID weitergibt.

Anwendungen, die die Hardware-Funktionen des Prozessors über den Befehl CPUID auslesen, gehen dann schlicht davon aus, dass die CPU den Befehl rdrand nicht unterstützt. Das gilt dann auch für den Kernel selbst. Der Patch für den Linux-Kernel hindert die CPU aber natürlich nicht daran, den rdrand-Befehl trotzdem auszuführen, worauf Lendacky explizit hinweist. Den Fehler in dem Zufallsbefehl könnte wie auf den neuen CPUs wohl nur ein Firmware-Update beheben. Das wird es bei den teils mehrere Jahre alten CPUs aber sehr wahrscheinlich nicht mehr geben.

 (sg)


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