Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/corellium-apple-geht-gerichtlich-gegen-ios-virtualisierungen-vor-1908-143248.html    Veröffentlicht: 16.08.2019 11:04    Kurz-URL: https://glm.io/143248

Corellium

Apple geht gerichtlich gegen iOS-Virtualisierungen vor

Das US-Unternehmen Corellium bietet nahezu perfekte Virtualisierungen von Apples iOS an - vornehmlich für Entwickler, die Schwachstellen im Betriebssystem aufdecken wollen. Apple geht das zu weit, weshalb es nun eine Urheberrechtsklage eingereicht hat.

Apple verklagt das US-amerikanische Softwareunternehmen Corellium wegen einer Urheberrechtsverletzung. Wie Bloomberg berichtet, hat Apple eine entsprechende Klage bei einem Gericht in West Palm Beach, Florida, eingereicht.

Corellium bietet eine nahezu perfekte virtuelle Kopie von Apples iOS an, die sich an Entwickler richten soll. Diese sollen mit der Softwarereplik beispielsweise Schwachstellen aufdecken, ohne sich selbst ein iPhone oder iPad besorgen zu müssen.

Apple geht die Nachbildung jedoch zu weit: Das Unternehmen unterstütze "Sicherheitsforschung in gutem Glauben" und gebe daher auch spezielle iPhones an entsprechende Forschungseinrichtungen aus. Corellium gebe sich ebenfalls als Helfer für entsprechende Forscher aus, das wahre Ziel des Unternehmens seien allerdings Urheberrechtsverletzungen, erklärt Apple Bloomberg zufolge.

Entdeckte Bugs auf dem Schwarzmarkt?

Corellium ermutige seine Nutzer, eventuell entdeckte Schwachstellen auf dem freien Markt zu verkaufen, anstatt diese Apple zu melden. Apple selbst hat eine Belohnung von einer Million US-Dollar für gemeldete Schwachstellen ausgeschrieben. Denkbar ist aber, dass ein schwerwiegender Bug auf dem freien Markt wertvoller ist, wenn er sich für Angriffe eignet.

Corellium selbst hat in einem früheren Beitrag erklärt, dass das Unternehmen das intellektuelle Eigentum anderer respektiere und dies auch von seinen Nutzern erwarte. Laut Apple soll Corellium seine virtuelle Kopie an jeden verkaufen, der sie sich leisten kann - auch andere Unternehmen sowie Regierungen anderer Länder.

Neben dem Verkaufsverbot für die Software will Apple mit der Klage auch erreichen, dass Nutzer von Corelliums Software darauf hingewiesen werden, dass sie gegen das Urheberrecht verstoßen. Außerdem soll Corellium alle Produkte vernichten, die gegen Apples Urheberrecht verstoßen, und einen Schadensausgleich zahlen.

 (tk)


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