Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/galaxy-note-10-im-hands-on-samsungs-stift-smartphone-kommt-in-zwei-groessen-1908-143060.html    Veröffentlicht: 07.08.2019 22:00    Kurz-URL: https://glm.io/143060

Galaxy Note 10 im Hands on

Samsungs Stift-Smartphone kommt in zwei Größen

Samsung hat sein neues Android-Smartphone Galaxy Note 10 präsentiert - erstmals in zwei Versionen: Die Plus-Variante hat ein größeres Display und einen größeren Akku sowie eine zusätzliche ToF-Kamera. Günstig sind sie nicht.

Erstmals hat Samsung zwei Varianten seines großen Smartphone-Modells Note vorgestellt: Neben dem normalen Note 10 wird das Note 10+ erhältlich sein. Die beiden Geräte sind bezüglich des Prozessors identisch, Unterschiede gibt es bei der Display-Größe, der Kamera und der Speicherausstattung. Beide Modelle kommen mit dem Eingabestift S Pen, dessen Funktionen Samsung verbessert hat.

Golem.de konnte sich die beiden neuen Smartphone-Modelle bereits anschauen. Dabei gefallen uns besonders die schlanken Gehäuse, das sehr klare Display und dessen schmale Ränder. Preislich liegen die neuen Note-Smartphones allerdings wieder am oberen Rand des Spektrums.

Das normale Galaxy Note 10 hat einen 6,3 Zoll großen Bildschirm, der damit von der Diagonale etwas kleiner als der des Galaxy Note 9 ist. Die Auflösung liegt bei 2.400 x 1.080 Pixeln, was eine Pixeldichte von 417 ppi ergibt. Das Plus-Modell kommt mit einem 6,8 Zoll großen Bildschirm und ist damit eines der größten Smartphones in Samsungs Portfolio. Die Auflösung ist mit 3.040 x 1.440 Pixeln höher als beim kleineren Modell, die Pixeldichte liegt bei 498 ppi.

Scharfe und helle Displays

Beide Bildschirme machen auf uns einen sehr guten ersten Eindruck: Die Farben sind kräftig, trotz AMOLED-Technologie allerdings nicht übertrieben gesättigt. Aufs gesamte Panel bezogen soll die maximale Helligkeit bei 800 cd/qm liegen, was bereits sehr hoch ist; Helligkeitsspitzen sollen zudem bis zu 1.200 cd/qm erreichen können. Das ist besonders bei der Betrachtung von HDR-Inhalten wichtig; die neuen Note-Smartphones unterstützen HDR10+.

Beide neuen Note-Modelle haben die Frontkamera im Display verbaut, das dafür eine kreisrunde Aussparung hat. Dadurch kann Samsung auf eine Notch verzichten und den Rahmen um die Displays sehr gering halten - entsprechend kompakt empfinden wir die beiden Geräte trotz ihrer großen Bildschirme. Anders als bei den Galaxy-S10-Geräten ist die Frontkamera mittig eingebaut, und nicht mehr am Rand. Ob einen die kreisrunde Aussparung in der Mitte mehr stört oder die an der Seite ist sicherlich Geschmackssache.

Dreifach- oder Vierfachkamera

Auf der Rückseite hat Samsung bei beiden Modellen eine Dreifachkamera verbaut, die aus einem Standardweitwinkel-, einem Tele- und einem Superweitwinkelobjektiv besteht. Wie bei den Vorgängermodellen der S- und Note-Serie hat das Hauptobjektiv mit einem 12-Megapixel-Sensor zwei Blenden: Je nach Lichtstärke schaltet das Objektiv zwischen f/1.5, und f/2.4 um. Die zweifache Blende hat sich in der Vergangenheit im Alltag durchaus bewährt, wie wir in einem Kameratest gezeigt haben. Bei Situationen mit wenig Licht wirken die Bilder besser ausgeleuchtet und haben weniger Artefakte. Das Superweitwinkelobjektiv hat eine Anfangsblende von f/2.2, der Sensor hat 16 Megapixel. Das Teleobjektiv hat eine Anfangsblende von f/2.1, dessen Sensor hat 12 Megapixel.

Das Galaxy Note 10+ hat zusätzlich zu den drei Objektiven noch eine sogenannte Time-of-Flight-Kamera (ToF), die ausschließlich für die Entfernungsmessung zuständig ist. Einen derartigen Kameraaufbau hatte Samsung bereits bei der 5G-Version des Galaxy S10 verbaut. Die Zusatzkamera soll unter anderem bessere Porträts ermöglichen.

Die Kamera macht in unserem Kurztest einen guten ersten Eindruck: Die Bilder wirken auch in Innenräumen gut belichtet, die Schärfe scheint zu stimmen. Eine genaue Beurteilung ist aber erst nach einem ausführlichen Test möglich.

Beide neuen Note-Modelle kommen wie ihre Vorgänger mit dem Eingabestift S Pen. Diesen hat Samsung um eine Gestensteuerung erweitert: Halten wir den Knopf gedrückt und bewegen den Stift in der Luft vor dem Smartphone, können wir verschiedene Funktionen steuern. In der Kamera-App lässt sich mit einem Wisch nach links oder rechts beispielsweise der Aufnahmemodus ändern. Eine Bewegung nach oben oder unten wechselt von der Haupt- zur Frontkamera.

Unpraktisch finden wir die Zoom-Geste: Drehen wir den S Pen im Uhrzeigersinn, können wir das Sucherbild vergrößern. Eine Umdrehung entspricht einer Vergrößerung um 0,1 Punkte, also beispielsweise von zweifacher auf 2,1-fache Vergrößerung. Dabei müssen wir noch zwischen jeder Umdrehung eine Pause machen - das ist im Alltag komplett unsinnig. Generell fragen wir uns, inwiefern diese neuen Gesten sinnvoll sind.

Neues Exynos-SoC

Im Inneren der beiden neuen Smartphones kommt Samsungs neues Exynos-9825-SoC zum Einsatz. Dieses ist das weltweit erste SoC, das im 7-nm-EUV-Verfahren hergestellt wird. Der Vorgänger Exynos 9820 sowie auch der Snapdragon 855 von Qualcomm werden noch in klassischer Immersionslithografie (DUV) produziert. Zusammen mit 8 GByte Arbeitsspeicher beim Galaxy Note 10 und 12 GByte RAM beim Plus-Modell laufen die beiden Smartphones flüssig in den Menüs.

Das Galaxy Note 10 ist nur mit 256 GByte internem UFS-Speicher erhältlich. Für uns unverständlicherweise verzichtet Samsung bei diesem Modell auf einen Steckplatz für Micro-SD-Karten - Nutzer müssen mit dem vorhandenen Speicher auskommen. Das Galaxy Note 10+ hingegen ist sowohl mit 256 als auch mit 512 GByte Speicher erhältlich, zudem können Nutzer Speicherkarten bis zu einer Größe von 1 TByte verwenden. Auch die 5G-Variante des Galaxy Note 10+ hat einen Speicherkartensteckplatz, kommt wie das Galaxy Note 10 aber auch nur mit 256 GByte Speicher.

Kein Klinkenanschluss, kein Bixby-Button

Alle neuen Geräte haben keinen Klinkenanschluss für Kopfhörer mehr, stattdessen müssen Nutzer USB-C-Kopfhörer verwenden. Einen solchen liefert Samsung mit, allerdings keinen Adapter auf einen Klinkenstecker - das ist für all diejenigen ärgerlich, die ihre alten Kopfhörer weiter verwenden möchten. Einen Bixby-Button verbaut Samsung bei den neuen Note-Modellen nicht mehr: Um Samsungs Sprachassistenten aufzurufen, müssen wir einfach den Einschalter länger gedrückt halten.

Der Akku des Galaxy Note 10 hat eine Nennladung von 3.500 mAh, der des Plus-Modells kommt mit 4.300 mAh. Zur Laufzeit hat Samsung im Vorfeld noch keine Angaben gemacht. Beiden Smartphone-Modellen liegt ein 25-Watt-Aufladegerät bei, das Galaxy Note 10+ unterstützt zudem noch Laden mit 45 Watt. Ein entsprechendes Netzteil müssen Nutzer sich aber separat besorgen, anders als beim P30 Pro von Huawei liegt ein derartiges Schnellladegerät nicht bei. Ausgeliefert werden die neuen Modelle mit Android 9.

Fazit

Unser erster Eindruck vom Galaxy Note 10 und vom Galaxy Note 10+ ist gut: Die Geräte machen einen sehr hochwertigen Eindruck, besonders das Display mit den schmalen Rändern gefällt uns gut. Dank des neuen Exynos-Chips dürften die Smartphones für längere Zeit zu den stärksten am Markt gehören.

Samsung hat wieder versucht, den Funktionsumfang des S Pens zu erweitern. Die neuen Funktionen konnten uns allerdings nicht recht überzeugen; der Stift bleibt für uns weiterhin nur für diejenigen sinnvoll, die handschriftliche Aufzeichnungen auf ihrem Smartphone machen wollen.

Von der Kameraausstattung her hat sich verglichen mit den Galaxy-S10-Modellen nicht viel getan - entsprechend gut dürfte die Bildqualität sein. Gut finden wir, dass Samsung bei beiden neuen Modellen auf eine Frontkamera mit nur einem Objektiv setzt; entsprechend unauffällig finden wir das Kameraloch im Display.

Preislich liegen die neuen Note-Smartphones im oberen Spektrum: Für das Galaxy Note 10, das in nur einer Speicherausstattung in den Handel kommen wird, will Samsung 950 Euro haben. Das Galaxy Note 10+ mit 256 GByte Speicher kostet 1.100 Euro; die Version mit 512 GByte Speicher kostet 1.200 Euro. Die 5G-Version des Galaxy Note 10+ mit 256 GByte Speicher kostet ebenfalls 1.200 Euro.

Der Vorverkauf der Geräte soll am 8. August 2019 starten. Ausgeliefert werden sollen die Smartphones ab dem 23. August 2019.  (tk)


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