Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/digitale-dividende-iii-veranstaltungstechnik-sieht-keinen-weg-auf-5g-auszuweichen-1908-143047.html    Veröffentlicht: 07.08.2019 13:30    Kurz-URL: https://glm.io/143047

Digitale Dividende III

Veranstaltungstechnik sieht keinen Weg, auf 5G auszuweichen

Theateraufführungen, Konzerte oder Veranstaltungs- und Konferenztechnik nutzen Frequenzen im UHF-Spektrum. Ein Ausweichen auf 5G soll hier nicht möglich sein.

Der Bundestag diskutiert einen Antrag zum Erhalt der Funkfrequenzen für Nutzer drahtloser Produktionsmittel (PMSE). Das gab der FDP-Bundestagsabgeordnete Christian Jung am 7. August bekannt. "Musiker, Schauspieler und weitere kreative Berufe sind bei ihrer täglichen Arbeit auf drahtlose Produktionsmittel angewiesen. Die drahtlosen Produktionsmittel sind wichtige Werkzeuge innerhalb der Wertschöpfungskette in den Bereichen Rundfunk und PMSE (Programme Making and Special Events)", sagte Jung. 5G-Lösungen seien für die deutsche Veranstaltungs-, Kreativ- und Messewirtschaft bislang nicht in Sicht. "Vielleicht wird es sie niemals geben."

Der Frequenzbereich von DVB-T2 liegt zwischen 470 MHz und 690 MHz. Auch die Kulturfrequenzen oder Programme Making and Special Events arbeiten bei 470 bis 694 MHz. Hier fordert die Mobilfunkbranche eine Vergabe für ihre Netze, was Digitale Dividende III genannt wird.

Der Antrag Funkfrequenzen für Medien und Kultur dauerhaft erhalten (PDF)" (Deutscher Bundestag Drucksache 19/11035) wird laut Jung im September 2019 im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur diskutiert. Zusätzlich gebe es am 24. September ein Berichterstattergespräch in dem Ausschuss.

In Deutschland sind Hunderttausende Funkmikrofone, In-Ear-Systeme, Sprechfunkanlagen und andere Anwendungen unter anderem bei Theateraufführungen, Konzerten oder Veranstaltungs- und Konferenztechnik im Einsatz. Diese Systeme nutzen Frequenzen im UHF-Spektrum. Der Bereich ist noch bis Ende 2030 zugewiesen.

In der Region 2, die den Kontinent Amerika bezeichnet, wird das 600-MHz-Band bereits für den Mobilfunk genutzt. Änderungen daran kann die ITU (International Telecommunication Union) im Jahr 2023 beschließen. Für die Weltfunkkonferenz im Jahr 2023, die WRC-23, wird bereits auf dem nächsten Treffen vom 28. Oktober bis zum 22. November 2019 im ägyptischen Scharm El-Scheich die Richtung vorgegeben.

Der Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik (VPLT) erklärte, dass es für professionelle Anwender in der Tontechnik keine Alternative zum 470 bis 694 MHz-Bereich gebe. Ein Wegfall weiterer Frequenzbereiche führe unweigerlich zu nicht lösbaren Problemen bei Events aller Art in Deutschland.

 (asa)


Verwandte Artikel:
Veranstaltungstechniker: Bis 2030 braucht der Mobilfunk keine Frequenzen bei 600 MHz   
(27.06.2019, https://glm.io/142203 )
Bundesrat: Bundesländer drängen auf flächendeckenden Mobilfunk   
(15.03.2019, https://glm.io/140048 )
Bundesnetzagentur: Funkmikrofone sollen auf andere Frequenzen ausweichen   
(14.04.2017, https://glm.io/127316 )
MIMO Antennenarray: Netzbetreiber brauchen bessere Antennen   
(08.07.2019, https://glm.io/142397 )
DVB-T2: Media Broadcast gibt jetzt jeden Freitag frei   
(24.01.2019, https://glm.io/138967 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/