Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/fehlender-bedarf-telekom-bietet-bei-super-vectoring-kein-ftth-1908-143000.html    Veröffentlicht: 05.08.2019 18:51    Kurz-URL: https://glm.io/143000

Fehlender Bedarf

Telekom bietet bei Super Vectoring kein FTTH

Einer bayerischen Gemeinde genügt das Super Vectoring nicht, die Anwohner wollen Glasfaser bis ins Haus (FTTH). Doch die Telekom sieht keinen Anlass, ein Angebot zu machen, und warnt vor der Deutschen Glasfaser.

Die Deutsche Telekom bietet Sommerkahl, einer Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg, kein Konzept für einen FTTH-Ausbau, weil es dort bereits Super Vectoring gibt. Das berichtet das Main Echo unter Berufung auf Aussagen bei einer Gemeinderatssitzung. Die Deutsche Glasfaser hatte im April ein Konzept vorgelegt.

Die Telekom baue bedarfsorientiert aus, erklärte Thomas Weigand, Projektleiter der Deutschen Telekom Technik laut dem Bericht. Durch Super Vectoring werde in dem Ort im Download eine Datenübertragungsrate von 250 Megabit pro Sekunde geboten, daher sehe man solchen Bedarf im Moment nicht. In anderen Orten sei es Weigand der hohe Konkurrenzdruck, der die Telekom zum weiteren Ausbau zwinge. "Das machen wir irgendwann", wann könne er jetzt noch nicht voraussehen. Mit Super Vectoring sind Datenraten von bis zu 250 MBit/s im Download und ein Upload von bis zu 40 MBit/s erreichbar.

Bürgermeister Albin Schäfer (CSU) betonte laut Main Echo, dass es 80 Häuser im Ort gebe, die seit fünf Jahren bereits mit Leerrohren für Glasfaserkabel bis ins Haus ausgestattet seien.

"Der Bedarf ist im Moment nicht da, dass wir weiter ausbauen", wiederholte Thomas Weigand.

"Deutsche Glasfaser ist nach wie vor in der Gemeinde Sommerkahl engagiert und befindet sich im Gespräch mit der Gemeindeverwaltung. Wenn die Kooperationsvereinbarung zwischen Unternehmen und Gemeinde steht, gehen wir in die Phase der Nachfragebündelung. Eine diesbezügliche Entscheidung vonseiten des Gemeinderates wird im September erwartet", sagte Deutsche-Glasfaser-Sprecher Dennis Slobodian Golem.de auf Anfrage.

Weigand warnte zudem vor den Preisen des Konkurrenten: "Sie wissen auch nicht, was die in zwei Jahren an Gebühren verlangen, die sind nicht reguliert", sagte er laut dem Bericht. Im ersten Jahr kostet der Internetzugang der Deutschen Glasfaser mit 1 Gigabit/s im Download und 500 MBit/s im Upload pro Monat 90 Euro. Bei einer Vertragslaufzeit von zwei Jahren erhöht sich der Preis monatlich ab dem 13. Monat auf 120 Euro. Geschäftskunden können bereits bis zu 10 GBit/s buchen.

Die Telekom vermarktet Super Vectoring als Magentazuhause XL. Das Angebot von 20 Euro in den ersten sechs Monaten gilt nur für Neukunden. Danach kostet der Tarif monatlich 55 Euro. Die Vertragslaufzeit beträgt 24 Monate. Damit liegt der Monatspreis bei rund 46 Euro.  (asa)


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