Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/huawei-erstes-hongmeng-smartphone-wird-kein-topgeraet-sein-1908-142977.html    Veröffentlicht: 05.08.2019 10:22    Kurz-URL: https://glm.io/142977

Huawei

Erstes Hongmeng-Smartphone wird kein Topgerät sein

Huawei hält an den Plänen fest, Ende des Jahres ein erstes Smartphone mit dem eigenen Betriebssystem Hongmeng auf den Markt zu bringen. Es könnte ein Gerät im Mittelklassebereich sein, bei Topgeräten bleibt Huawei der Android-Plattform treu.

Auch wenn Huawei erste Geräte mit dem eigenen Smartphone-Betriebssystem Hongmeng veröffentlicht, wird es voraussichtlich weiterhin auch neue Smartphones mit Android anbieten. Die chinesische Tageszeitung Global Times zitiert anonyme Hinweisgeber aus dem Umfeld des Unternehmens mit der Aussage, ein erstes Hongmeng-Smartphone werde Ende des Jahres erscheinen.

Das bestätigt den bisherigen Zeitplan, der im Mai 2019 bekanntwurde. Offen ist, ob das erste Hongmeng-Smartphone dieses Jahr auch außerhalb Chinas erscheinen soll.

Dem Bericht nach wird es sich um ein Gerät im Mitteklasse-Segment handeln .Es soll für um die 300 Euro auf den Markt kommen und könnte zusammen mit der Mate-30-Serie erscheinen, den kommenden Oberklasse-Smartphones des chinesischen Herstellers. Diese werden demnach weiterhin mit Android laufen.

Huawei will Hongmeng offenbar bewusst erst einmal nicht für Oberklassegeräte nutzen. Es wird erwartet, dass Huawei diese Woche auf seiner Entwicklerkonferenz in China weitere Details zu dem eigenen Betriebssystem ankündigen wird.

Hongmeng könnte ein Android-Fork sein

Die Strategie von Huawei erinnert ein wenig an die von Samsung. Auch Samsung hatte vor einigen Jahren neben Android-Smartphones auch welche mit dem eigenen Betriebssystem Bada im Sortiment. Das Betriebssystem wurde später durch Tizen abgelöst. Aber weder Bada noch Tizen konnte den gewünschten Erfolg bringen. In den Topgeräten setzte Samsung nicht auf das eigene Betriebssystem, sondern verwendet Googles Android.

Hongmeng soll kompatibel zu Android-Apps sein, es wäre also denkbar, dass es sich um einen Android-Fork handelt. Verschiedene chinesische Hersteller haben eigene Android-Versionen entwickelt, unter anderem Oneplus und Meizu. Außerhalb Chinas umfassen diese Forks stets die Google-Dienste; wie das bei Hongmeng sein wird, ist noch nicht bekannt.

Huawei hatte Hongmeng angekündigt, nachdem US-Präsident Donald Trump den chinesischen Hersteller auf eine Entity-Liste gesetzt hatte und etliche US-Unternehmen nicht mehr mit Huawei zusammenarbeiten durften. Trump hat aber kürzlich angekündigt, den Handelsbann außer Kraft zu setzen.

 (ip)


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