Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/mobile-games-auslese-verdrehte-raeume-und-verrueckte-zombies-fuer-unterwegs-1908-142964.html    Veröffentlicht: 05.08.2019 09:02    Kurz-URL: https://glm.io/142964

Mobile-Games-Auslese

Verdrehte Räume und verrückte Zombies für unterwegs

Ein zauberhaftes Denksportspiel wie Rooms, ansteckende Zombies in Infectonator 3 Apocalypse und Sky - Children of the Light, das neue Werk der Journey-Entwickler: Für die Urlaubszeit hat Golem.de besonders schöne und vielfälige Mobile Games gefunden!

Spiele für mobile Plattformen können grafisch in den meisten Fällen nicht mit den Titeln der leistungsstarken Konsolen oder gar PCs mithalten - einem Smartphone oder Tablet fehlt es einfach an der nötigen Power. In Sachen Gameplay hingegen spielen die kleinen Programme buchstäblich in einer eigenen Liga mit speziellen Anforderungen. Schnell spielbar und unkompliziert sollen sie sein - und im besten Fall endlos Spaß bereiten.

Ein obskurer, aber umso faszinierenderer Meister dieser Form ist der Designer Michael Brough. Der Neuseeländer schafft seit einem knappen Jahrzehnt minimalistische Strategie- und Puzzlespiele hauptsächlich für iOS, die durch originelle Spielmechaniken begeistern. So einzigartig sind seine Spiele, dass in der Fangemeinde von "Brough-likes" die Rede ist, wenn kleine und strategische Titel mit Spieltiefe und Originalität punkten.

Das aktuelle Brough-Spiel P1 Select (iOS ab 7.0; rund 3,50 Euro, auch auf Itch erhältlich) ist ebenso genial wie frühere Werke und dabei zugänglich geraten. In Sachen Präsentation ist es allerdings ein typisches "Brough-like": Nicht Eingeweihte wenden sich beim Anblick der kruden Grafik wohl direkt ab. Zu Unrecht: Wer die Äußerlichkeiten ignoriert, wird wieder mit einem Ausnahmespiel belohnt.

Keine Sorge: Die restlichen Mobile-Games-Empfehlungen erfreuen auch das Auge. Viel Spaß mit unserer Auswahl der interessantesten Spiele für Smartphone und Tablet!

Rooms: Die Villa des Spielzeugmachers

Einen Geheimtipp gibt es nun auch mobil: Rooms - Die Villa des Spielzeugmachers ist ein liebevoll gemachtes, originelles Rätselspiel, das die bekannten Schiebepuzzles ins Digitale umsetzt und aufpoliert.

Durch strategisch geschicktes Bewegen der einzelnen Räume in der mechanischen Villa des Spielzeugmachers lassen sich Hindernisse überwinden, Rätsel lösen und der Weg zum nächsten Puzzle freimachen.

Wie bei allen guten Puzzles gilt: Nach simplem Einstieg kommen langsam immer neue Elemente hinzu, und die Anforderungen an die kleinen grauen Zellen steigen rasant an, bis man sich wirklich anstrengen muss.

150 Puzzles stellen Spieler vor eine nicht triviale Aufgabe; dank netter Präsentation und viel Abwechslung werden Rätselfreunde hier lange ihren Spaß haben.

Erhältlich für iOS ab 9 und Android ab 5.1; rund 5,50 Euro.

Minit und Infectonator 3



Minit: Minütlich grüßt das mobile Murmeltier

Normalerweise ist es keine eigene Empfehlung wert, wenn ein vor Monaten vorgestelltes Indiegame den Sprung von PCs und Konsolen auf iOS und Android schafft.

Im Fall von Minit seien aber auch mobile Spielefreunde nochmal extra darauf hingewiesen, weil das Action-Adventure im Stil der frühen Zeldas so perfekt auf die kleinen Spielgeräte passt.

Alle 60 Sekunden stirbt die Spielfigur einen Tod, doch in dieser sich wiederholenden Minute lassen sich wichtige Fortschritte bei der Aufhebung eines Fluches erzielen, weil zumindest bisherige Erfolge, Shortcuts und neu erreichte Speicherorte bestehen bleiben.

Was auf dem Papier nach Stress klingt, zeigt sich dank liebenswerter Figuren, Handlung und Welt, minimalistischem Stil und viel Humor als empfehlenswertes Abenteuer, das nicht nur Freunden von klassischen 16-bit-Adventures Freude bereiten wird.

Das von Kitty Calis, Jan Willem Nijman, Jukio Kallio und Dominik Johann entwickelte Minit ist auch optisch mit seinem schönen Schwarz-Weiß-Look ein Lehrbeispiel für konzentrierten Minimalismus, überrascht aber immer wieder mit cleveren Rätseln und witzigen Ideen, die das Maximum aus der Spielmechanik herausholen.

In seiner kurzen Spielzeit von etwa zwei Stunden unterhält Minit großartig und verzichtet gänzlich auf wiederholendes Füllmaterial, mit dem man die Spieldauer auch hätte strecken können.

Erhältlich für iOS ab 8 und Android ab 4.0; rund 5,50 Euro.

Infectonator 3 Apocalypse: Zombies wie du und ich

Computerspieler haben schon unzählige Male die Zombieapokalypse bekämpft, in der Infectonator-Serie allerdings stehen sie sozusagen auf der anderen Seite. Ziel ist es hier nämlich, möglichst effizient den ganzen Planeten mit Untoten zu überlaufen.

Zu diesem Zweck warten globale Einsatzorte auf Infektion durch eine wachsende Zahl von beeindruckend abwechslungsreich mutierten Zombies. Direkt steuern lassen sich die grünen Horrorgestalten nicht, stattdessen darf man sie strategisch einsetzen und hin und wieder durch das Öffnen von Türen oder Platzieren von Bomben unterstützen.

Dass Infectonator 3 sein düsteres Thema nicht ernst nimmt, zeigt sich beim Blick auf die knuddelige Pixelgrafik. Auch inhaltlich regiert ein leichter schwarzer Humor, der so gut wie jedes Zombieklischee auf die Schippe nimmt.

Es ist urkomisch, den zu Beginn ahnungslosen Lebenden zuzusehen, wie sie auf die sich rasant ausbreitende untote Bedrohung reagieren. Dank einer Vielzahl von Upgrades und Bosskämpfen ist für abwechslungsreiche Unterhaltung gesorgt. Eine Android-Version ist in Vorbereitung, die Vorgänger sind bereits in Googles Play Store zu haben.

Erhältlich für iOS ab 10, rund 5,50 Euro.

Sky: Children of the Light und Void Tyrant



Sky - Children of the Light: Der Traum vom Fliegen

Das Entwicklerstudio That Game Company hat im vergangenen Jahrzehnt einige Ausnahmespiele geschaffen. Mit Flow, Flower und vor allem Journey hat Gründer Jenova Chen der Playstation zeitlose, einzigartige Spiele geschenkt. Sky: Children of the Light ist fast schon allein deshalb ein Must-have für mobile Spieler.

Ähnlich wie der Klassiker Journey konzentriert sich auch dieses Spiel auf die Erfahrung einer atmosphärischen Reise durch eine fantastische Welt und - vor allem - auf die Interaktion mit echten Menschen in dieser Welt.

Als kleines, zu kurzen Flügen fähiges Wesen durchqueren Spieler gewohnt umwerfend gestaltete Umgebungen und treffen auf bis zu zwölf andere menschliche Mitspieler, die ebenso unterwegs sind.

Kommuniziert wird nur mit simplen Tönen und Gesten - das ermöglicht bei der oft nötigen Zusammenarbeit allerdings spannendere und intimere "Gespräche" als Voice- oder Textchat.

Sky ist kostenlos, gekauft werden können lediglich kosmetische Gegenstände sowie eine Art XP-Booster. Schade ist nur, dass die Steuerung per Touchscreen vor allem beim Fliegen nicht restlos überzeugt - vielleicht wird ja noch nachgebessert.

Erhältlich für iOS ab 9; für die Android-Version kann man sich vormerken lassen. Kostenlos.

Void Tyrant: Black Jack mit Monstern

Kombinationen aus Kartenspiel und strategischem Rollenspiel sind seit einiger Zeit beliebt: Card Crawl, Slay the Spire und Steamworld Quest etwa haben gezeigt, wie sich einige der Kartenspielmechaniken ins Rollenspiel übertragen lassen. Void Tyrant schraubt die Komplexität ein wenig runter, lässt den Spielspaß aber ganz oben.

Das simple Gameplay ist bekannt von Black Jack, das Rollenspiel-Drumherum garantiert mit fiesen Gegnern, Spezialattacken und Level-Aufstiegen taktische Tiefe.

<#youtube id="YIruq71Vrf8"> Der Kampf gegen ein Science-Fiction-Bestiarium ist simpel: Wie im klassischen Kartenspiel zieht der Spieler vom Stapel, um möglichst nahe an, aber nicht über das Maximum von zwölf zu kommen. Dank 450 verschiedener Aktionskarten kommen auch Deckbuilding-Aspekte mit in den dann gar nicht mehr so einfachen Titel, der sich zunehmend zum echten Rollenspiel entwickelt. Ein Mobile Game wie es sein soll: Schnell erlernt, aber auch endlos in kleinen Etappen spielbar.

Erhältlich für iOS ab 10; kostenlos mit Werbung (Premium-Freischaltung rund 5 Euro).  (rs)


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