Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/88ss132x-marvell-hat-drei-pcie-gen4-ssd-controller-1908-142947.html    Veröffentlicht: 02.08.2019 10:55    Kurz-URL: https://glm.io/142947

88SS132x

Marvell hat drei PCIe-Gen4-SSD-Controller

Mit der 88SS132x-Serie bringt Marvell drei SSD-Controller mit PCIe-Gen4-Unterstützung: Das Topmodell nutzt vier Kanäle sowie Lanes und LPDDR4X-Cache, die beiden anderen verwenden weniger Bahnen oder keinen DRAM.

Der US-Hersteller Marvell hat drei SSD-Controller vorgestellt: den 88SS1321, den 88SS1322 und den 88SS1323. Alle nutzen PCIe Gen4 statt PCIe Gen3 für die Anbindung an das restliche System und setzen auf das NVMe-1.3c-Protokoll. Marvell zufolge eignen sich die Chips für SSDs im verlöteten BGA-Format, für solche in M.2-Kärtchenbauweise, für 2,5-Zoll-Varianten mit U.2-Anschluss oder für den EDSFF alias Ruler für Server.

Generell sind die mit drei Cortex-R5-Kernen ausgestatteten und im 12FFC-Verfahren gefertigten 88SS132x-Controller eher für das OEM-Segment gedacht und weniger für Endkunden-SSDs, der Hersteller spricht von Data Centers und Edge Devices wie für 5G und AI. Die drei Chips beherrschen daher eine AES-256-Hardware-Veschlüsselung, sie unterstützen TLC- und QLC-Speicher. Im Consumer-Segment sind mittlerweile Phison und Silicon Motion dominant, zudem haben große Hersteller wie Intel, Micron, Samsung, Toshiba und Western Digital längst eigene Controller für Enterprise- und Client-Modelle entwickelt.

Als schnellste Variante bringt Marvell den 88SS1321: Dieser hat vier PCIe-Gen4-Lanes, vier NAND-Kanäle und nutzt bis zu 8 GByte LPDDR4X, LPDDR3 oder DDR4 als Cache. Jeder Kanal hat acht Chip-Enabler, also insgesamt 32 CEs für eine hohe Kapazität. Marvell nennt eine sequenzielle Leserate von bis zu 3,9 GByte/s und eine Schreibrate von bis zu 3,3 GByte/s. Wahlfreie Zugriffe liegen bei 690.000 IOPS lesend und 500.000 schreibend.

Für den 88SS1322 verwendet Marvell ebenfalls vier Lanes und vier Kanäle, aber nur vier Chip-Enabler und 16 statt 32 CEs. Die Datenraten fallen mit 3,9 GByte/s und 3,3 GByte/s ähnlich aus. Die IOPS sinken aber auf 500.000 und 350.000, weil der 88SS1322 keinen DRAM-Cache nutzt. Dieser fehlt auch dem 88SS1323, zudem stutzt Marvell ihn auf zwei PCIe-Gen4-Lanes, was die Transfergeschwindigkeiten reduziert: Hier sind es nur noch bis zu 3,5 GByte/s und bis zu 3 GByte/s.

Laut Marvell werden Partner bereits mit Mustern versorgt, darunter Micron und Toshiba.  (ms)


Verwandte Artikel:
Ryzen 3000: Agesa 1003abb behebt RDRAND- und PCIe-Gen4-Bug   
(30.07.2019, https://glm.io/142877 )
1,7 Milliarden US-Dollar: NXP kauft WLAN- und Bluetooth-Bereich von Marvell   
(29.05.2019, https://glm.io/141600 )
Ryzen 3000: BIOS-Updates schalten PCIe Gen4 für ältere Boards frei   
(12.07.2019, https://glm.io/142518 )
Schnittstelle: PCIe Gen6 verdoppelt erneut Datenrate   
(19.06.2019, https://glm.io/141994 )
AMD-Chip: Mit dem X570 erscheinen auch PCIe-Gen4-SSDs   
(28.05.2019, https://glm.io/141554 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/