Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/hideo-kojima-death-stranding-und-ueberstunden-mit-ansage-1908-142938.html    Veröffentlicht: 01.08.2019 17:40    Kurz-URL: https://glm.io/142938

Hideo Kojima

Death Stranding und Überstunden mit Ansage

Das hat sich Kultdesigner Hideo Kojima vermutlich anders vorgestellt: Auf Twitter hat er Crunch (massive Überstunden) für die Fertigstellung von Death Stranding angekündigt - andere Entwickler und Spieler wollen lieber länger warten.

"Sind noch in der Crunch-Phase der Entwicklung", dahinter ein niedlicher Regenbogen: So hat Hideo Kojima auf Twitter für sein Abenteuerspiel Death Stranding geworben. Bei der Zielgruppe kam das weniger gut an als mutmaßlich von Kojima erwartet, viele Kommentare warnen vor den Folgen von zu vielen Überstunden. "Crunch ist keine gute Zeit. Hör auf, sie zu verherrlichen", antwortet ein Leser. "Wir bevorzugen ein Team mit glücklichen Menschen, auch wenn wir noch etwas warten müssen."

Zahlreiche andere Kommentare äußern sich ähnlich und erklären sich bereit, zur Vermeidung von Crunch notfalls länger auf Death Stranding warten zu wollen. Auch andere Entwickler äußern sich, allerdings keine in der Öffentlichkeit bekannten Namen.

Publisher Sony will das Programm nach aktueller Planung am 8. November 2019 für die Playstation 4 auf den Markt bringen.

Death Stranding spielt in einer postapokalyptischen, weitgehend leeren Welt. Der Spieler soll als Hauptfigur Sam Porter Bridges unter anderem Ausrüstung in Siedlungen bringen, um den Menschen dort zu helfen und allmählich wieder eine Zivilisation aufzubauen. Das Spiel ist betont mysteriös gehalten, eine wohl recht wichtige Rolle spielen Nahtoderlebnisse und surreale Szenen.

Crunch gibt es in der Spielebranche seit Jahrzehnten. Seit einigen Jahren versuchen aber Community und Entwickler, die Studiochefs und Publisher mit öffentlichem Druck dazu zu bringen, mit besserer Planung und größeren Teams die schlimmsten Ausprägungen zu verhindern oder ganz abzuschaffen. Immer wieder ist von Mitarbeitern zu hören, die über Monate praktisch durchgehend - auch am Wochenende - bis tief in die Nacht hinein arbeiten müssen.

Diskussionen über Crunch hatte es zuletzt unter anderem bei Bioware, Epic Games und Rockstar Games gegeben. Auch die Gewerkschaft Game Workers Unite versucht -auch in Deutschland -, gegen schlechte Arbeitsbedingungen vorzugehen.  (ps)


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