Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ultrabook-chips-intel-legt-spezifikationen-von-ice-lake-offen-1908-142928.html    Veröffentlicht: 01.08.2019 15:00    Kurz-URL: https://glm.io/142928

Ultrabook-Chips

Intel legt Spezifikationen von Ice Lake offen

Intel hat die Daten der Ice-Lake-Prozessoren veröffentlicht, wobei der niedrige Takt der CPU-Kerne von teils nur 700 MHz und die TDP von mindestens 9 Watt auffällt. Trotz Vorstellung der Ultrabook-Chips im Mai 2019 wollte Intel bisher die einzelnen Modelle nicht nennen.

Intel hat elf Modelle der intern Ice Lake genannten Ultrabook-Prozessoren vorgestellt: Die Chips werden als 10th Gen Core vermarktet; zum Weihnachtsgeschäft 2019 sollen erste Geräte wie Dells XPS 13 Convertible (7390) damit erscheinen. Ice Lake gibt es als U-Modelle und als Y-Varianten, die Prozessoren ersetzen künftig die Vorgänger namens Whiskey Lake U und Amber Lake Y.

Die Ice Lake U/Y sind Intels erste echte Chips im 10-nm-Verfahren, genauer 10+. Zwar gibt es noch Cannon Lake U mit 10 nm, mehr als ein Modell hat Intel aber nie veröffentlicht - und selbst das wurde nur in Lenovos Ideapad für chinesische Bildungseinrichtungen und Mini-PCs wie dem NUC8 alias Crimson Canyon eingesetzt. Neben 10+ nm sind bei Ice Lake die CPU-Kerne, die integrierte Grafikeinheit, der Speichercontroller und weitere Bereiche neu.

Als Architektur wird Sunny Cove verwendet. Intel spricht von durchschnittlich 18 Prozent mehr Leistung pro Takt verglichen zu Kaby Lake respektive Skylake von 2016. Einziger Unterschied ist das bessere Speed Shift, mit dem die Kerne unabhängig vom Betriebssystem ihre Frequenz erhöhen können. Die Grafikeinheit basiert auf der Gen11-Technik und hat bis zu 64 statt 24 Ausführungsblöcke, sie nutzt LPDDR4X-3733 oder DDR4-3200. Zudem hat Intel erstmals Thunderbolt 3 mit vier Ports in die CPU integriert, der 14-nm-Chipsatz liefert zusätzliche USB 3.1 Gen2, Sata 6 GBit/s und WiFi6 (802.11ax).

Topmodell der Ice Lake U ist der Core i7-1068 G7 mit vier Kernen und acht Threads bei 28 Watt. Er hat 2,3 GHz Basis- und 4,1 Turbotakt und somit deutlich weniger als sein Vorgänger: Der Core i7-8569U schafft 2,8 GHz bis 4,9 GHz bei ebenfalls 28 Watt. In diesem Power-Budget ist die Iris Plus Graphics 655 mit zwar nur 48 statt 64 EUs, aber auch 128 eDRAM als lokalem Speicher enthalten. Ähnlich fällt die Taktdifferenz bei den 15-Watt-Modellen aus: Ein Core i5-1035 G4 kommt auf 1,1 GHz bis 3,7 GHz und der bisherige Core i5-8265U auf 1,6 GHz bis 4,1 GHz.

Besonders krass sind die Unterschiede bei den Ice Lake Y: Die haben 9 Watt statt 5 Watt und dennoch sehr niedrige Frequenzen. Der Core i7-1060 G7 erreicht immerhin 1,0 GHz bis 3,8 GHz, wohingegen der Core i5-1030 G4 gerade einmal auf 0,7 GHz bis 3,5 GHz kommt. Beide sind jedoch Quadcores statt Dualcores wie die bisherigen Amber Lake Y wie der Core i7-8500Y mit 1,5 GHz bis 4,2 GHz. Der neue, zweikernige Core i3-1000 G4 läuft mit 1,1 GHz bis 3,2 GHz trotz nominell 9 Watt allerdings drastisch langsamer. Hier bleibt abzuwarten, wie hoch der Takt im Alltag liegt - denn die IPC hilft bei 1 GHz weniger nur bedingt.

Intel betonte allerdings auf einem Event vor einigen Wochen, die reale Leistung der Chips werde verglichen zu den Vorgängern gut ausfallen und auch die Effizienz sei besser. Hinzu kommt, dass am Ende der Ultrabook-Hersteller bisher viel Freiraum hatte bei den Power- und Temperatur-Limits der Prozessoren. Es ist somit denkbar, dass Ice Lake Y auch mit beispielsweise 5 Watt konfiguriert werden kann.

 (ms)


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