Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/breko-jetzt-moeglichst-viel-glasfaser-bauen-1907-142875.html    Veröffentlicht: 30.07.2019 16:37    Kurz-URL: https://glm.io/142875

Breko

Jetzt möglichst "viel Glasfaser bauen"

Beim Glasfaser-Ausbau müsse es jetzt schnell gehen, um der Konkurrenz durch Vodafone oder Telekom zuvorzukommen, mahnt der Breko. Die Nachfrage der Kunden für FTTH sei stark gestiegen.

Die lokalen und regionalen Stadtnetzbetreiber setzen auf einen zügigen Ausbau, um mit einer überlegenen FTTH-Architektur der Konkurrenz zuvorzukommen. "Wir raten, jetzt möglichst viel Glasfaser zu bauen. Wenn dann später Vodafone kommt und 5G als preiswerte Alternative anbietet, werden die Leute dort nicht wechseln", sagte Breko-Geschäftsführer Stephan Albers am 30. Juli 2019 in Berlin. Wer einmal FTTB/FTTH nutze, werde hier nicht wechseln.

Spätestens nach der Vectoring-II-Entscheidung der Bundesnetzagentur sei der richtige Schritt, "auf Glas zu setzen". Der Breko (Bundesverband Breitbandkommunikation) umfasst nach Angaben von Albers nun 190 Netzbetreiber. "Im Monat wachsen wir im Durchschnitt um zwei Netzbetreiber, weil mehr Stadtwerke getrieben durch Förderprogramme und eigenwirtschaftlich da einsteigen."

Geschäftsmodelle mit Glasfaser würden "heute greifen". Bei einer Vorvermarktung im Raum Münster sei der Saal wegen Überfüllung geschlossen worden, weil so viele Menschen FTTH wollten. Das Interesse sei da.

Zudem würden alternative Netzbetreibet wie Htp und Deutsche Glasfaser miteinander kooperieren. Dagegen bestehe in den großen Städten das Problem, dass zu wenig Glasfaser bis ins Haus ausgebaut werde. "Die Kabelnetzbetreiber haben in den verdichteten Gebieten erst einmal das bessere Produkt", sagte Albers zum Docsis-3.1-Ausbau im Koaxialnetz, mit dem günstige Angebote möglich seien, die Vectoring bei der Datenrate überlegen sind.

Die Telekom sei beim Vectoring-Nahbereichsausbau in den letzten Zügen. Zugleich laufe der FTTH-Ausbau der alternativen (Breko-) Netzbetreiber in erster Linie lokal und regional: "Wir bekommen zunehmend Anfragen der Telekom. Wir bauen die Glasfaser und die Telekom mietet sie", erklärte Albers.

Breko-Regulierungschef Benedikt Kind betonte, es müsse einen geregelten Übergang von Kupfer zu Glasfaser geben, damit der heute nach wie vor marktmächtige Ex-Monopolist Telekom seine Kunden "nicht unter Ausschluss des Wettbewerbs einfach auf eine neue Technologie" umstelle.  (asa)


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