Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/spacex-starhopper-hopst-in-texas-1907-142797.html    Veröffentlicht: 26.07.2019 09:00    Kurz-URL: https://glm.io/142797

SpaceX

Starhopper hopst in Texas

Der Prototyp des SpaceX-Starship hat einen erfolgreichen ersten Testflug absolviert. Zwar hat eine dichte Abgaswolke die Sicht behindert. Immerhin zeigt ein Video von Firmenchef Elon Musk den Flug aus Sicht des Raketentriebwerks und einer Drohne.

Der Starhopper von SpaceX hat in der Nacht zu Freitag seinen ersten Flugtest bestanden. Das Raptor-Triebwerk beförderte den Prototyp in eine Höhe von etwa 20 Metern, bevor er wieder landete. Anders als bei einem früheren Test war er dabei nicht am Boden angebunden. Ein weiterer Test mit einer geplanten Flughöhe von 200 Metern soll laut Unternehmenschef Elon Musk in ein bis zwei Wochen stattfinden.

Zunächst gab es kein Video, auf dem der Flug gut sichtbar war, aber Livewebcams einer Tourismuswebseite von South Padre Island in der Nähe des texanischen SpaceX-Testgeländes in Boca Chica. Vom Flug des Starhoppers war darauf wenig zu sehen. Er befand sich in einer Abgas- und Dampfwolke und wurde von den hellen Flammen des Triebwerks überstrahlt. Nach 14 Sekunden im Video ist ein Teil des Starhoppers zwischen den Wolken kurz sichtbar. Ein Drohnenvideo von Elon Musk zeigt auf Twitter inzwischen deutlich mehr. Bei dem geplanten 200-Meter-Test sollte der Starhopper deutlich über diese Wolke hinausfliegen.

<#youtube id="f86uSlYYDzE"> Der Starhopper wurde auf einer ebenen Betonfläche mit Methoden aus dem Bau von Wassertürmen konstruiert. Entsprechend twitterte Musk nach dem erfolgreichen Test: "Wassertürme können fliegen!" und kündigte direkt den nächsten Versuch an. Abschließend veröffentlichte er ein Video einer Kamera direkt neben dem Triebwerk.

Probleme gab es nach dem Flug am Rand des Testgeländes. Der Starhopper befindet sich bei den Testflügen nicht auf einer regulären Startrampe mit einem Flammengraben, der bei normalen Raketenstarts die Triebwerksabgase kontrolliert ableitet. Die unkontrollierte Ausbreitung der Flammen führte zu einem kleinen Feuer außerhalb der Reichweite der installierten Wasserwerfer. Es entwickelte sich ein Buschbrand, der erst nach Stunden unter Kontrolle gebracht wurde.

Der Starhopper wird von einem einzigen Raptor-Triebwerk angetrieben, das etwa den 2,5-fachen Schub eines Merlin-Triebwerks der Falcon-9-Rakete besitzt. Die Super Heavy genannte Raketenstufe soll 35 von diesen Triebwerken besitzen und das Starship auf den Weg in den Orbit bringen. Zwei Prototypen des Starships mit drei von sechs geplanten Triebwerken werden aktuell konstruiert. Zusammen sind das 41 Triebwerke, auch wenn Musk gerne noch ein weiteres hätte.

Auch anderswo läuft das Testprogramm von SpaceX weiter. In der Nacht startete die 18. Mission eines Dragon-Frachters zur Versorgung der Internationalen Raumstation ISS. An den Seiten der Kapsel waren vier Hitzeschutzkacheln angebracht. Sie sollen in Abstimmung mit der Nasa Daten für den Hitzeschutz des Starships liefern.  (fwp)


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