Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/nobe-100-dreiraedriges-retro-elektroauto-parkt-senkrecht-an-der-wand-1907-142669.html    Veröffentlicht: 19.07.2019 13:05    Kurz-URL: https://glm.io/142669

Nobe 100

Dreirädriges Retro-Elektroauto parkt senkrecht an der Wand

Retro ist in: Das estnische Unternehmen Nobe hat ein dreirädriges Elektroauto entwickelt, dessen Design an die 1960er Jahre erinnert. Interessant ist zudem das modulare Konzept der Entwickler sowie die Art und Weise, wie das Auto geparkt werden soll.

Parkplatzprobleme in der Großstadt? Nicht mit Nobe 100. Das Elektroauto im 1960er-Jahre-Stil parkt nicht auf der Straße: Es wird an einer speziellen Vorrichtung an einer Hauswand hochgezogen. Die Entwickler aus Estland suchen derzeit über eine Crowdfunding-Kampagne Unterstützung für ihr Produkt.

Nobe 100 ist ein Dreirad im Retro-Stil mit Allradantrieb. Das Auto, das Platz für drei Insassen bietet, ist sehr leicht: Es wiegt in der Basisausstattung nur 600 Kilogramm. Grund ist ein relativ kleiner Akku. Er hat eine Kapazität von 21 Kilowattstunden (kWh), was eine Reichweite von 210 Kilometern ermöglicht. Der Motor der Basisversion hat eine Leistung von 54 Kilowatt (kW), die Höchstgeschwindigkeit beträgt 110 Kilometer pro Stunde.

Das Auto gibt es auch mit Schiebedach

Die etwa größere Variante 100 GT hat ein Schiebedach, einen größeren Akku und einen stärkeren Motor: Letzterer hat eine Leistung von 72 kW, das Auto schafft damit 130 Kilometer pro Stunde. Mit seinem 25-kWh-Akku kommt das Auto 260 Kilometer weit.

Das Konzept sieht vor, dass das Auto über seine gesamte Betriebsdauer immer wieder aktualisiert werden kann. Das beinhaltet nicht nur die Software, sondern auch die Hardware: Akkus, Motoren und andere elektronische Geräte können ausgetauscht oder auch aufgerüstet werden. So ist es beispielsweise möglich, einen zusätzlichen 5-kWh-Kofferakku zu kaufen, der die Reichweite um 50 Kilometer vergrößert.

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Die Austauschbarkeit gilt auch für die Karosserie: Sollte einem Fahrer die Farbe seines Autos nicht mehr gefallen, kann er die Karosserieteile durch andersfarbige ersetzen. Die alten werden vom Hersteller recycelt. Sie wollten kein "Einwegfahrzeug", schreiben die Esten. "Nobe gehört auf die Straße, nicht auf den Schrottplatz."

Innovativ ist auch das Parkkonzept der Entwickler: Sie haben eine Vorrichtung entworfen, die an einer Hauswand angebracht wird. Das Auto wird auf einer Art Schlitten abgestellt und dieser an einer Schiene hochgezogen, so dass das Auto an der Wand hängt und keinen Parkplatz auf der Straße in Anspruch nimmt.

Nobe will sein Elektroauto Anfang 2021 auf den Markt bringen. Gebaut werden sollen die Fahrzeuge in Nanofabriken, die eine Kapazität von 2.000 Autos im Jahr haben. Die Nanofabriken sollen dort entstehen, wo die Fahrzeuge geordert werden, um keine Energie für einen langen Transport aufzuwenden.

Um das Auto bis zur Serienreife weiterzuentwickeln, hat das estnische Unternehmen eine Crowdfunding-Kampagne bei Indiegogo initiiert. Darüber sollen 90.000 Euro eingeworben werden. Den Nobe 100 gibt es in der Kampagne für 25.715 Euro, regulär soll das Auto knapp 32.000 Euro kosten. Die Resonanz ist bisher jedoch verhalten.

 (wp)


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