Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/tiangong-2-absturz-der-chinesischen-raumstation-steht-bevor-1907-142666.html    Veröffentlicht: 19.07.2019 11:33    Kurz-URL: https://glm.io/142666

Tiangong-2

Absturz der chinesischen Raumstation steht bevor

Die Mission sollte zwei Jahre dauern, am Ende waren es über 1.000 Tage: Die chinesische Raumstation Tiangong-2 wird am Ende ihrer Mission abgesenkt und soll in der Erdatmosphäre verglühen.

Der Himmelspalast kommt zurück zur Erde: Am 19. Juli 2019 soll die chinesische Raumstation Tiangong-2 in die Erdatmosphäre eintreten und über dem Pazifik weitgehend verglühen. Anders als beim Vorgänger soll dieser Absturz kontrolliert ablaufen.

Der größte Teil der etwa 8,6 Tonnen schweren Station werde beim Wiedereintritt verglühen, berichtet die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf das China Manned Space Engineering Office (CMSEO). Die wenigen Reste sollen in den Südpazifik fallen, im Bereich zwischen 30 und 45 Grad südlicher Breite sowie 90 und 160 Grad westlicher Länge. Das ist zwischen Neuseeland und Chile.

Tiangong-2 ist die zweite Raumstation, die China ins All geschossen hat. Die Station ist 10,4 Meter lang, der größte Durchmesser beträgt 3,35 Meter. Mit entfalteten Solarmodulen hat sie eine Spannweite von über 18 Metern.

Sie kreist seit September 2016 um die Erde. Die Missionsdauer war auf zwei Jahre angelegt, die Station wird am Ende mehr als 1.000 Tage im Einsatz gewesen sein. Im Oktober 2016 waren erstmals Taikonauten, wie Raumfahrer in China genannt werden, zu der Station geflogen. Sie verbrachten dort einen Monat.

Tiangong-2 ist als Vorbereitung für eine kommende, größere Station gedacht, die bis zum Jahr 2022 fertiggestellt sein soll. Dafür diente etwa im April 2017 der Flug des unbemannten Raumfrachters Tianzhou-1, der automatisiert an Tiangong-2 andockte.

Der Vorgänger Tiangong-1 war 2011 gestartet. Die Station war seit Herbst 2017 nicht mehr steuerbar und stürzte im vergangenen Jahr unkontrolliert ab, was für einige Aufregung sorgte. Der Absturz von Tiangong-2 soll dagegen kontrolliert ablaufen.

 (wp)


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