Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/versand-das-smartphone-wird-fuer-dhl-packstationen-langsam-pflicht-1907-142638.html    Veröffentlicht: 18.07.2019 11:20    Kurz-URL: https://glm.io/142638

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Smartphone wird für DHL-Packstationen nach und nach Pflicht

Die mTAN, also die Abholcodes, bekommen DHL-Neukunden für die Packstationen nur noch per App. Altkunden haben noch eine Alternative. Für die Nutzer ist das eine zusätzliche Hürde beim Abholen von Paketen.

Das Logistikunternehmen DHL schränkt die Verteilwege für die mTAN, die bald auch Abholcodes genannt werden, ein. Wie Spiegel Online berichtet, geschieht die Umstellung schrittweise und ist in den FAQ des Unternehmens auch nachvollziehbar. Allerdings nennt DHL nicht die Daten, die Spiegel Online in Erfahrung gebracht hat.

Bereits ab dem 5. August 2019 wird der Abholcode standardmäßig per App zugestellt. Das betrifft vor allem Neukunden. Die müssen für die Nutzung der Abholcodes für die Packstationen die App verwenden. Die App gibt es für Android und iOS. Der bisher genutzte Versand per SMS wird am 9. August 2019 eingestellt. Für Altkunden wird immerhin noch eine Alternative angeboten. Diese dürfen den Abholcode auch per E-Mail empfangen. Für Neukunden gibt es diese Umstellungsmöglichkeit nicht.

DHL begründet die Schritte damit, dass das Logistikunternehmen seine Angebote in der App bündeln will. Die Lösungswege für Nicht-App-Anwender in den FAQ führen kaum zu einem Ziel. DHL ist offenbar bewusst, dass es Nutzer gibt, die die App nicht nutzen können oder wollen. Das Unternehmen verweist auf die E-Mail-Möglichkeit, aber eben nur für jene Kunden, die bereits ein Konto haben. Dieselbe Antwort gibt es, wenn das eigene Smartphone zu alt ist oder weder zu den Android- noch den iOS-Geräten gehört.

Das ist eine Hürde für Anwender, die nicht mit moderner Technik sozialisiert wurden, sie nicht nutzen können oder sie schlicht nicht haben. Das betrifft vor allem ältere Kunden. Auf der anderen Seite ist der Empfang über SMS allerdings auch nicht sonderlich sicher. Die Abholung der Abholcodes über den Servicebereich von DHL, den es ohnehin gibt, wäre eine potenzielle Alternative, die allerdings nicht angeboten wird.

Wer die Hürden nicht meistern kann, dem bleibt nichts anderes übrig, als die Pakete etwa an Abholfilialen oder auch Kioske zu schicken. Das ist allerdings oft mit Schlangestehen verbunden, da das Personal in vielen Filialen knapp kalkuliert ist.  (ase)


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