Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/raspberry-pi-4-der-pi-4-verlangt-eigentlich-nach-einem-luefter-1907-142634.html    Veröffentlicht: 18.07.2019 10:22    Kurz-URL: https://glm.io/142634

Raspberry Pi 4

"Der Pi 4 verlangt eigentlich nach einem Lüfter"

Trotz Firmware-Update und passivem Heatsink scheint der Raspberry Pi 4 unter Dauerlast zu heiß zu werden. Der Bastler Jeff Geerling sieht eine aktive Kühlung als notwendig an. Er nimmt sich daher ein Bauprojekt vor, das den Rechner besser kühlt.

Einige Bastler bescheinigen dem Raspberry Pi 4 auch nach dem Firmware-Update noch eine bedenkliche Abwärme. So auch Jeff Geerling, der sogar einen aktiven Lüfter für den Bastelrechner empfiehlt. Um seine Bedenken zu beweisen, hat er sich das SoC des Boards mit einer Wärmekamera angeschaut. Schon im Leerlauf erreicht das System 58 Grad Celsius. Ohne Heatsink drosselt der Chip herunter, um nicht zu überhitzen. Das hatte auch der Entwickler Jean-Lux Aufranc herausgefunden.

Bei etwa 80 Grad Celsius drosselt der Pi 4 nach Geerlings Beobachtungen herunter. Er hat dafür das Linux-Tool stress -cpu 4 verwendet. In Abständen von einer Sekunde konnte er mit dem Kommando vcgencmd measure_temp && vcgencmd get_throttled das entsprechende Verhalten beobachten.

Aus diesem Grund hat er sich mit einer Lochsäge und einem Akkuschrauber einen kleinen Lüfter in das separat erhältliche Pi 4 Case gebohrt. "Ohne Lüftung ist das Pi Case ein wenig wie ein kleiner Plastikofen", schreibt er. Die beiden Stecker des Kühlers verbindet er auf der GPIO-Schnittstelle des Pi 4: den roten Draht des Lüfters an Pin 4 des Boards für 5 Volt Spannung und den schwarzen Draht des Lüfters an Pin 6 des Boards für die Masse.

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Nach dem Installieren seines improvisierten Lüfters ergeben die Messungen entsprechend gute Ergebnisse. Der Kühler benötigt 80 Milliampere und dreht aus einer Entfernung von 30 cm mit einer Lautstärke von 50 dB. Im selben Stresstest wird die CPU allerdings kontinuierlich auf 60 Grad gekühlt, was Überhitzung praktisch nichtig macht. Geerling nutzt seinen Bastelrechner gern für rechenintensivere Lasten, etwa als Kubernetes-Cluster. Während der Vorgänger bei normalem Betrieb noch passiv gekühlt werden konnte, ist er beim aktuellen Modell der Meinung: "Der Pi 4 verlangt eigentlich nach einem Lüfter".  (on)


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