Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/killerwhale-games-kickstarter-stoppt-raw-kampagne-bei-fast-172-000-euro-1907-142578.html    Veröffentlicht: 16.07.2019 10:35    Kurz-URL: https://glm.io/142578

Killerwhale Games

Kickstarter stoppt Raw-Kampagne bei fast 172.000 Euro

Die Firmenzentrale ist eine Wohnung, das Spiel wirkt völlig überambitioniert - trotzdem haben fast 4.000 Unterstützer einem deutschen Entwicklerstudio ihr Geld versprochen. Jetzt hat Kickstarter die Kampagne gestoppt.

Kurz vor Abschluss hat Kickstarter die Kampagne des deutschen Entwicklerstudios Killerwhale Games für ein Actionspiel namens Raw gestoppt. Die Kampagne hätte den Machern aus Fürth nach letztem Stand 171.700 Euro eingebracht; die Crowdfunding-Plattform hätte eine Provision von 5 Prozent erhalten. Die knapp 4.000 Unterstützer müssen nun nicht zahlen. In einer Mitteilung an die Backer nennt Kickstarter keinen Grund für den Kampagnenstopp, sondern verweist ganz allgemein auf seine Geschäftsbedingungen.

Etwas konkreter wird Kickstarter im Gespräch mit dem Fachmagazin PC Games N: Grund für den Abbruch sei gewesen, dass Killerwhale Games in einem Update eingeräumt hat, Raw allein mit dem Geld aus der Kampagne nicht umsetzen zu können, sondern weitere Mittel benötige. Das sei nach Angaben von Kickstarter nicht zulässig.

Die Begründung klingt ein wenig vorgeschoben, schließlich gibt und gab es immer wieder Games, die mehr oder weniger offensichtlich nicht allein über das per Kickstarter gesammelte Geld umgesetzt werden können. Im Falle von Raw könnte der Stopp trotzdem die richtige Entscheidung gewesen sein, denn über die Kampagne und die Macher gab es viele Unklarheiten.

Einerseits ist Raw ein ambitioniertes Projekt, das die Entwickler selbst als eine Mischung aus GTA, Arma Life und Rust mit Rollenspielelementen für Hardcoregamer beschreiben. Die Spieler sollen in einer amerikanisch anmutenden Stadt um Macht, Geld und Einfluss auf Servern mit 100 bis 200 Mitstreitern kämpfen können.

Andererseits ist das extrem ambitioniert für Entwickler, die keinerlei Berufserfahrung vorweisen können und in der Branche unbekannt sind. Die angebliche Firmenzentrale in Fürth ist schlicht eine Wohnung, wie PC Games herausgefunden hat.

Killerwhale Games hat auf Discord eine Erklärung veröffentlicht. Das Studio sei von Kickstarter nicht über den Kampagnenstopp vorgewarnt worden. Den tatsächlichen Grund für das Aus kenne man nicht, vermutlich hätten sich zu viele Personen über Raw beschwert - was sicherlich stimmt, schließlich haben viele Spieler in Foren und sozialen Netzwerken Betrug hinter der Kampagne vermutet. Nun wolle man sich nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten umsehen, eine Option sei die Crowdfunding-Plattform Indiegogo.  (ps)


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