Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ryzen-3000-amd-behebt-fehlerhaften-zufall-durch-bios-update-1907-142527.html    Veröffentlicht: 12.07.2019 14:43    Kurz-URL: https://glm.io/142527

Ryzen 3000

AMD behebt fehlerhaften Zufall durch Bios-Update

Den fehlerhaften Zufallsbefehl auf den neuen Ryzen 3000 von AMD will der Hersteller durch ein Bios-Update beheben. Der Fehler verhindert das Booten von neueren Linux-Systemen sowie des Spiels Destiny 2.

Die Mainboards der aktuellen Ryzen 3000 von AMD sollen in den kommenden Tagen ein Firmware-Update erhalten, das einen schwerwiegenden Fehler im Zufallszahlengenerator der CPUs beheben soll. Der Hersteller schreibt dazu auf Anfrage von Golem.de: "AMD hat die Ursache identifiziert und einen Bios-Fix implementiert". Dieses Update sei auch schon an die Mainboard-Hersteller verteilt worden.

Der Fehler betrifft die Funktionen rdrand sowie rdseed. Dabei handelt es sich um Prozessorbefehle zur Erzeugung von Zufallszahlen. Der Befehl gibt dabei eigentlich eine Zufallszahl zurück und meldet über ein sogenanntes Carry-Flag außerdem, ob der Befehlsaufruf erfolgreich war. Bei den Ryzen 3000 gibt die CPU jedoch immer die Zahl -1 als Zufallswert zurück, meldet darüber hinaus aber, dass der Aufruf erfolgreich war. Dieses Verhalten betrifft sowohl Linux- als auch Windows-Systeme und ist schlicht ein Hardwarefehler.

Neuere Versionen des Linux-Init-Dienstes Systemd nutzten seit Juli 2018 unter bestimmten Umständen die rdrand-Instruktion und stürzen ab, wenn mehrfach keine Zufallszahlen zurückgegeben werden. Deshalb starteten die Ryzen 3000 auch nicht mit der aktuellen Ubuntu-Version 19.04 alias Disco Dingo. Auch die Distribution Fedora 30 hatte Probleme mit dem Booten. Das PC-Spiel Destiny 2 startete ebenso nicht auf den Ryzen 3000.

Der Fehler ist bereits im Mai dieses Jahres im Zusammenhang mit älteren AMD-CPUs aufgefallen, die Entwickler von Systemd haben einen Workaround dafür erstellt. Einige Distributionen wie etwa das neue Debian 10 oder auch Opensuse Tumbleweed haben diesen Bugfix bereits für ihre Pakete übernommen und damit auch keine Boot-Probleme auf den aktuellen Ryzen 3000. Für Ubuntu bereitet das Team derzeit ein Systemd-Update vor. Und zusätzlich zu dem Bios-Update von AMD veröffentlicht der Hersteller demnächst vermutlich auch noch ein Microcode-Update, das die Linux-Distributionen als Paket ausliefern können.

 (sg)


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