Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/facebook-libra-trump-haelt-kryptowaehrungen-nicht-fuer-geld-und-fuer-gefaehrlich-1907-142517.html    Veröffentlicht: 12.07.2019 09:53    Kurz-URL: https://glm.io/142517

Facebook Libra

Trump hält Kryptowährungen nicht für Geld und für gefährlich

US-Präsident Trump kritisiert Kryptowährungen wie Bitcoin. Sie würden nur für kriminelle Geschäfte genutzt und seien instabil. Ähnlich sieht es US-Schatzmeister Powell. Derweil verteidigt Facebook seine Kryptowährung Libra - allerdings gegen andere Kritik.

Facebooks Kryptowährungssystem Libra wird von US-Präsident Donald Trump kritisiert. Die digitale Währung sei kein echtes Geld, sie sei sehr instabil und werde zu großen Teilen zum Kauf von kriminellen Gütern wie Drogen oder für illegale Handlungen verwendet. Trump schließt in seine Kritik auch andere Währungen wie Bitcoin ein. "Wenn Facebook und andere Unternehmen eine Bank werden wollen, dann sollten sie [...] sich an Bankenvorschriften halten", schreibt er auf Twitter.

Auch der US-Schatzmeister Jerome Powell ist gegen Libra - aus ähnlichen Gründen: "Libra erregt viele Bedenken bezüglich Privatsphäre, Geldwäsche, Kundenschutz und finanzieller Stabilität", sagte er laut dem Nachrichtenportal Reuters. Nicht als Antwort auf diese Äußerungen, sondern als Rechtfertigung des Libra-Projektes hat Facebook-Entwickler David Marcus schon vor einer Woche einige Fragen beantwortet. "Das momentane System ist so entworfen, dass Menschen, deren Geldguthaben unter einen bestimmten Grenzwert fällt, mit Gebühren belastet werden, die sie sich nicht leisten können", sagt er bezüglich des Zinssystems bei etablierten Bankgeschäften.

Kritik an der Libra-Blockchain

Ein Ziel von Kryptowährungen ist es, unabhängiger von Bankensystemen zu sein, weshalb sie auf Peer-to-Peer-Basis dezentral berechnet werden. Transaktionen werden in eine möglichst quelloffene Blockchain - etwa für Drittentwickler von Kryptowallets und zur Transparenz- gekapselt und sollen unveränderbar sein. Facebooks Libra ist etwas anders: Das soziale Netzwerk arbeitet mit Kreditinstituten wie Visa und Mastercard zusammen, die ihre Wurzeln im traditionellen Bankenwesen haben und international anerkannt sind. Einige Nutzer vertrauen Facebook mit einer Währung nicht. Dabei sei Facebook nicht der zentrale Verwalter des Systems, sondern einer von vielen Partnern. Marcus schreibt: "Facebook wird nur eines von über hundert Mitgliedern beim Start sein".

Außerdem entspricht der derzeitige Zustand der Libra-Blockchain wohl nicht dem gewünschten Open-Source-Ansatz. Sie ist noch nicht dezentral organisiert. Das räumt auch Marcus ein: "Sie ist definitiv nicht so offen wie etwa Bitcoin, wo jeder am Konsens-Algorithmus mitmachen kann", sagt er. Bisher könnten nur Mitglieder des Projektes auch an der Währung mitwirken. Allerdings sei Libra offen für Entwickler, die für das System Applikationen schreiben.

Zu den Anschuldigungen der US-Politiker äußerte sich Facebook bislang nicht. Für Trump gibt es indes nur eine Währung in den USA. Er schreibt auf Twitter: "Sie ist bei Weitem die dominanteste Währung weltweit, und das wird immer so bleiben. Sie heißt: United States Dollar!"  (on)


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