Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/stadia-google-zu-regionalsperren-und-verbindungsproblemen-1907-142419.html    Veröffentlicht: 09.07.2019 11:00    Kurz-URL: https://glm.io/142419

Stadia

Google zu Regionalsperren und Verbindungsproblemen

Im November 2019 will Google mit der ersten, kostenpflichtigen Version des Streamingdienstes Stadia in Konkurrenz zu etablierten Spieleplattformen treten. In den FAQ beantwortet die Firma wichtige Detailfragen zu Regionalsperren, Verbindungsproblemen und gelöschten Games.

Eigentlich soll der Streamingdienst Stadia ja sehr einfach sein: Fernsehgerät, Smartphone oder PC einschalten und ohne Installation oder klassischen Programmstart - womöglich noch mit vorgeschalteten Updates - einfach spielen. Bis es so weit ist, muss Betreiber Google aber noch eine Reihe von Fragen zu seinem Konzept beantworten, was das Unternehmen vor einigen Tagen in umfangreichen FAQ gemacht hat.

Dabei geht es unter anderem um mögliche Regionalsperren, die es innerhalb der anfangs unterstützten 14 Länder - darunter Deutschland, aber nicht Österreich und die Schweiz - nicht geben soll. Deutsche Spieler sollen ihre Games also auch in den USA oder im Spanienurlaub verwenden können. Aus offiziell nicht unterstützten Regionen ist nach Angaben von Google allerdings kein Zugriff möglich.

Bei Verbindungsabbrüchen sollen die Server von Stadia genau an der Stelle des Abbruchs - also nicht am letzten Checkpoint oder an einem Savegame - mehrere Minuten lang das Spiel vorhalten, so dass man bei wieder verfügbarem Onlinezugang nahtlos weitermachen können soll. Wie lange diese Frist genau ist, sagt Google nicht. Bei Schwankungen der Übertragungsrate soll sich der Stream dynamisch anpassen, was vermutlich einen Verlust der Grafikqualität bedeutet.

Wer ein Spiel gekauft hat, soll es auch dann herunterladen und verwenden können, wenn der Entwickler oder Publisher es nicht mehr auf Stadia zum Kauf anbietet. Das ist mit herunterladbaren Titeln auf Plattformen wie Steam im Grunde genauso geregelt, allerdings hatte es gerade den Fall gegeben, dass Spieler auf einige Titel des insolventen Anbieters Telltale Games gar keinen Zugriff mehr hatten. Google schreibt in den FAQ ebenfalls, dass man nur außerhalb von derartigen "unvorhersehbaren Umständen" die Verfügbarkeit sicherstellen könne.

Stadia startet im November 2019 mit einer Version namens Pro, für die ein Abo nötig ist - rund 10 Euro kostet das im Monat. Dafür können Nutzer in 4K-Auflösungen, mit HDR und einer Bildrate von bis zu 60 fps sowie mit 5.1-Surround-Sound spielen. Die Games sind in diesem Abo nicht enthalten, ihr Preis soll im Normalfall dem auf anderen Plattformen entsprechen.

2020 sollen weitere Länder folgen, dann soll auch die kostenlos zugängliche Base-Fassung von Stadia verfügbar sein. Sie bietet Auflösungen bis zu 1080p und ebenfalls 60 fps. Für Stadia Base ist nach Angaben von Google ein Internetanschluss mit mindestens 10 Mbps nötig, um in 720p spielen zu können - wie schnell das Netz für die höheren Auflösungen sein muss, ist noch nicht bekannt.  (ps)


Verwandte Artikel:
Videoportal: Youtube Gaming wird Ende Mai 2019 abgeschaltet   
(27.05.2019, https://glm.io/141530 )
E3 Bethesda: Von Auftragskillern und Commander Keen   
(10.06.2019, https://glm.io/141786 )
Internetzensur: China sperrt weitere deutsche Medien aus   
(06.07.2019, https://glm.io/142379 )
Spielestreaming: Baldur's Gate 3 und Destiny 2 kommen auf Googles Stadia   
(06.06.2019, https://glm.io/141752 )
Netflix Hangouts: Chrome-Plugin versteckt Netflix-Stream in Hangouts   
(09.07.2019, https://glm.io/142416 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/