Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/vebeg-bundeswehr-versteigert-laptops-mit-geheimmaterial-1907-142381.html    Veröffentlicht: 06.07.2019 14:04    Kurz-URL: https://glm.io/142381

Vebeg

Bundeswehr versteigert Laptops mit Geheimmaterial

Über ein Portal des Bundes verkauft die Bundeswehr ausrangierte Geräte. Dabei nimmt sie es mit der IT-Sicherheit offenbar nicht immer so genau.

Die Bundeswehr hat einem Medienbericht zufolge gebrauchte Laptops mit ungelöschten Festplatten verkauft. Auf einem solchen Gerät habe sich unter anderem die vollständige Betriebsanleitung für den Raketenwerfer Mars befunden, berichtete die Süddeutsche Zeitung. Solche Dokumente seien jedoch mit der Geheimhaltungsstufe "Verschlusssache - Nur für den Dienstgebrauch" eingestuft. Vor dem Verkauf des Gerätes sei die Festplatte wegen einer Panne nicht vernichtet worden.

Dem Bericht zufolge ersteigerte ein oberbayerischer Förster im Jahr 2018 vier Laptops der Bundeswehr. Diese verkauft ausrangierte Geräte über die Vebeg, das Verwertungsunternehmen des Bundes. Auf deren Website werden Fahrzeuge, Schiffe oder Flugzeuge sowie sonstige Technik entweder zum Verkauf ausgeschrieben oder wie bei Ebay versteigert.

Geräte falsch kodiert

Auf Nachfrage habe das Verteidigungsministerium dem Förster mitgeteilt, dass beim Verkauf von IT-Hardware eine Kodierung festlege, wie die Geräte zu veräußern seien. Wenn Verschlusssachen gespeichert worden seien, würden die Festplatten stets ausgebaut und vernichtet. Die Laptops des Försters seien falsch kodiert gewesen.

Auf Nachfrage der Süddeutschen Zeitung räumte das Ministerium allerdings ein, dass man die Verwertung von IT-Geräten nach der Beschwerde des Försters einer "genauen Prüfung unterzogen" und dabei festgestellt habe, dass ein weiterer Rechner mit ungelöschter Festplatte 2016 über die Vebeg verkauft worden sei. Dem Bericht zufolge ließen sich auf dem Laptop des Försters zudem gelöschte Dateien wiederherstellen. Darunter hätten sich auch personenbezogene Daten befunden.

Nach der Meldung des Försters habe das Ministerium einen Rückkauf der Geräte über die Vebeg eingeleitet. Der Förster habe auf diesem Weg inzwischen einen Laptop zurückgegeben, drei seien noch in seinem Besitz.

 (fg)


Verwandte Artikel:
Neue Behörde: Rechnungshof zweifelt an Finanzierung von Cyberagentur   
(03.07.2019, https://glm.io/142312 )
Cyber Innovation Hub der Bundeswehr: Startups für bessere Pflaster und dynamischere IT   
(03.08.2017, https://glm.io/128379 )
Schulden: Dell Technologies will SecureWorks verkaufen   
(08.02.2019, https://glm.io/139287 )
Geheimdienste und Bundeswehr: Masterstudiengang für Staatshacker gestartet   
(14.01.2019, https://glm.io/138705 )
Umweltschutz: Kanäle in NRW bekommen Ladesäulen für Binnenschiffe   
(29.04.2019, https://glm.io/140932 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/