Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/spieleentwicklung-dorothee-baer-will-spielefoerderung-fuer-2020-noch-retten-1907-142364.html    Veröffentlicht: 05.07.2019 18:00    Kurz-URL: https://glm.io/142364

Spieleentwicklung

Dorothee Bär will Spieleförderung für 2020 noch retten

Dorothee Bär will weitere Förderungen der deutschen Spielebranche im Jahr 2020 erwirken. Es sollen mindestens wieder 50 Millionen Euro an Entwickler fließen. Die Staatsministerin für Digitalisierung dankte dem reichlichen Feedback der Spielecommunity für diese Entscheidung.

Nach der harschen Kritik des Spielebranchenverbandes Game scheint die Bundesregierung nun doch in die deutsche Spieleindustrie investieren zu wollen. Es sei "essenziell, dass die Fördergelder für das Jahr 2020 gesichert werden", sagt Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung, laut Informationen des Nachrichtenmagazins Der Spiegel.

Für deutsche Entwicklerstudios könnte das eine erneute Förderung von mehreren Millionen Euro bedeuten. Für das Jahr 2019 beläuft sich diese Förderung auf eine Summe von 50 Millionen Euro, die CSU-Politiker Andreas Scheuer bei der Vergabe des Computerspielepreises 2019 zugebilligt hat. Es war davon ausgegangen worden, dass auch 2020 wieder Geld zur Verfügung gestellt wird. Der Regierungsentwurf für das kommende Jahr sieht das bisher aber offenbar nicht vor.

Plötzliches Umdenken ist eine Chance

Dorothee Bärs Umdenken könnte das noch einmal ändern. Laut Spiegel soll die entsprechende Geldsumme im Parlament nachträglich festgelegt werden. Es sollen erneut mindestens 50 Millionen Euro sein. Diese Summe sei aber noch nach oben hin ausbaufähig. Bär hat aus dem starken Feedback der Spielebranche etwas Positives gezogen. Es sei gut gewesen, dass "die Branche ihre Stimme so deutlich und stark erhoben hat", zitiert der Spiegel die Ministerin.

Es ist nicht ganz klar, wo das Geld am Ende genau hinfließen soll. Momentan wird dies noch ausdiskutiert. Förderung für die deutsche Spielebranche war bisher eher Landessache und hat nie diese Dimensionen erreicht. Das Geld können Spielestudios gut gebrauchen, wenn Deutschland auch künftig mit dem sehr starken internationalen Markt konkurrieren will.

Ob sich Bär mit ihren Forderungen durchsetzt, ist nicht absehbar - die Staatsministerin gilt zwar als gut vernetzt und steht in engem Kontakt zum eigentlich zuständigen Minister Scheuer. Dessen Etat steht aber seit Vorfällen wie der vor dem EuGH gescheiterten deutschen PKW-Maut ebenfalls unter Druck.

 (on)


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