Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/open-source-microsoft-hostet-mehr-linux-als-windows-vms-in-azure-1907-142245.html    Veröffentlicht: 01.07.2019 11:37    Kurz-URL: https://glm.io/142245

Open Source

Microsoft hostet mehr Linux- als Windows-VMs in Azure

Es hat sich abgezeichnet: Azure-Kunden verwenden in Microsofts Cloud mehr Linux- als Windows-Betriebssysteme. Der Entwickler selbst gibt zu, dass viele native Azure-Dienste auf Linux-Maschinen laufen - Kooperation statt Konkurrenz scheint das Motto zu sein.

Die Verbreitung von Linux auf Microsofts Cloud-Plattform Azure nimmt immer weiter zu. Tatsächlich scheinen bereits mehr als die Hälfte aller dort installierten Betriebssysteme Linux-Distributionen statt Windows zu sein. Das suggeriert eine E-Mail, in der sich Microsoft-Linux-Kernel-Entwickler Sasha Levin für eine Mitgliedschaft in der Linux-Distros-Gruppe bewirbt. "In unserer Cloud hat die Verwendung von Linux Windows überholt". Noch im Oktober 2018 habe das Verhältnis etwa 50 zu 50 Prozent betragen, schreibt das Online-Magazin ZDnet mit Bezug auf ein Gespräch mit Microsoft-Cloud-Leiter Scott Guthrie.

Dabei sei nicht nur die Azure-Cloud für Kunden eine beliebte Plattform für Linux-Betriebssysteme. "Die nativen Azure-Dienste selbst laufen oft auf Linux", ergänzt Guthrie. Als Beispiel nennt er das Software Defined Network, das sich in der Cloud bereitstellen lässt. Das zeigt, dass Microsoft selbst sich auf die Linux-Community und den Open-Source-Ansatz verlässt. "Wir sind jetzt der größte Open-Source-Projekt-Utnerstützer der Welt", sagt Guthrie im ZDnet-Interview.

Microsoft und die Open-Source-Kultur

Wie wichtig das Linux-Ökosystem Microsoft ist, bestätigen einige Produkte. Azure-Kubernetes-Service hat bis vor kurzem etwa ausschließlich Linux-Container unterstützt. Erst später wurde das Angebot um Windows-Versionen ergänzt. Das Unternehmen will laut eigenen Aussagen sogar eine Open-Source-Kultur innerhalb des Unternehmens schaffen.

Der Kauf von Github und die im Mai verkündete Kooperation mit Red Hat beim Projekt Openshift sind ebenfalls Schritte in Richtung quelloffener Software. Das eigene Betriebssystem Windows Server 2019 unterstützt diverse Open-Source-Tools, während Funktionen wie der Nano-Server in Windows Server 2016 als klare Konkurrenz zu Headless-Linux-Systemen kaum öffentliches Interesse geweckt haben.  (on)


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