Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/nacktheit-durch-ki-entwickler-die-welt-ist-noch-nicht-bereit-fuer-deepnude-1906-142215.html    Veröffentlicht: 28.06.2019 12:05    Kurz-URL: https://glm.io/142215

Nacktheit durch KI

"Die Welt ist noch nicht bereit für Deepnude"

Der Erfolg des KI-Nacktgenerators Deepnude war für das kleine Entwicklerteam zu viel: Erst ist der Downloadserver abgestürzt und dann hat das Team das Ende des Projekts verkündet. Mit Deepnude konnten mit Hilfe von GANs Bilder von bekleideten Frauen in Bilder von nackten Frauen umgewandelt werden.

Die Entwickler der Machine-Learning-App Deepnude haben das Ende des Projekts bekanntgegeben. "Die Welt ist noch nicht bereit für Deepnude", schreibt Teammitglied Alberto auf Twitter. Dabei scheinen die Entwickler auch ein wenig ihrem Gewissen zu folgen: "So wollen wir kein Geld machen." Mit der 50 US-Dollar teuren Software können Bilder von bekleideten Frauen so umgewandelt werden, dass diese nackt erscheinen. Die Methode erinnert an andere Projekte wie Deepfakes, bei dem Gesichter von Personen auf andere Personen modelliert werden. Bei Deepnude sind es allerdings Körperteile wie nackte Haut, Brüste und Vagina, die über die Kleidung gelegt werden.

Die Beliebtheit der Software hat die Erwartungen der Entwickler nach eigener Aussage drastisch überstiegen. So sollen etwa 500.000 Menschen die Software vom Server geladen haben. "Wenn 500.000 Leute es benutzen, ist die Chance hoch, dass sie es falsch benutzen", sagen die Entwickler. Der Server sei zudem unter der Last der Anfragen zusammengebrochen, was zum Ausfall des Downloaddienstes geführt habe. Das Team sei nicht auf den schnell viralen Status der App vorbereitet gewesen.

Bilder von Frauen einfach zu finden

Deepnude nutzt Generative Adversial Networks (GANs), die mit Hilfe vieler verschiedener Bilder aus größtenteils pornografischen Inhalten aus dem Internet trainiert wurden. Die fertige Applikation funktioniert nur bei weiblichen Körpern, da es laut Entwickler Alberto einfach ist, diese in Menge zu finden. Das Programm ließe sich praktisch nicht so einfach aus offensichtlichen anatomischen Gründen, der Statur, Proportionen und den Geschlechtsmerkmalen, auf das andere Geschlecht übertragen, wenn nicht ein weiteres GAN mit männlichen Quellbildern trainiert wird.

Besitzer der Applikation können diese mit der Ankündigung nicht mehr auf die Premium-Variante aufrüsten. Auf Anfrage kann Geld zurückverlangt werden. Es wird zudem keine neuen Versionen der Software mehr geben. Das wird das Internet aber wohl nicht davon abhalten, sie weiterhin zu verbreiten - dessen ist sich der Entwickler bewusst.  (on)


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