Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/universal-serial-bus-erfinder-erklaert-warum-usb-a-nur-einseitig-einsteckbar-ist-1906-142132.html    Veröffentlicht: 25.06.2019 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/142132

Universal Serial Bus

Erfinder erklärt, warum USB-A nur einseitig einsteckbar ist

In einem Interview spricht einer der Entwickler von USB einmal mehr über den Standard und die Entscheidung, Stecker nur einseitig zu konstruieren. Dies sei eine Frage der niedrigeren Kosten gewesen, die auch Steve Jobs mit dem iMac überzeugt hätten. 1998 gab es nervige Probleme mit Anschlüssen.

In einem Interview mit der US-Medienorganisation National Public Radio (NPR) hat Ajay Bhatt, einer der Erfinder von Universal Serial Bus (USB), den Grund genannt, warum der mittlerweile allgegenwertige USB-A-Stecker nur auf eine Weise verbunden werden konnte. Er ist simpel: Diese Bauweise habe Geld gespart und Bhatts Team habe die niedrigeren Kosten als starkes Argument für den damals unbekannten Standard angebracht. Ein beidseitig einsteckbarer Anschluss hätte doppelt so viele Drähte und Schaltkreise benötigt, schreibt NPR. Im Interview verteidigt Bhatt nochmals seine Kostenentscheidung, von der er bereits etwa in einem älteren Gespräch mit der IEEE erzählte.

"Es hat eine Weile gebraucht zu beweisen, dass diese Technik absolut notwendig war", sagt Bhatt. Der geringere Preis des USB-A-Ports habe im Jahr 1998 den ehemaligen Apple-Chef Steve Jobs überzeugt. Der erste iMac war die erste prominente Plattform, die den bereits 1996 eingeführten Standard einsetzte. Damit waren Datenraten von 12 MBit/s im Full-Speed möglich.

Wichtiger: Nur ein Anschluss statt vieler

Viel wichtiger war es für Bhat jedoch wohl, dass diverse parallele und serielle Schnittstellen, die untereinander noch teils unterschiedlich verkabelt waren, durch einen standardisierten seriellen Anschluss ersetzt wurden. "Als Nutzer und Entwickler habe ich zu dieser Zeit gesehen, dass verfügbare Schnittstellen komplex und sehr nutzerunfreundlich waren", sagt er.

Bhatt selbst hat laut NPR nicht direkt Geld mit dem heute omnipräsenten Anschluss verdient. Das Patent wurde von Intel selbst gehalten. Mittlerweile wird USB-A immer mehr durch den kompakteren und stabileren USB-Typ-C-Anschluss verdrängt. Wiederum Apple ist eines der Unternehmen, die Notebooks ausschließlich mit diesem Standard und dem dazu kompatiblen Thunderbolt 3 verkaufen. Für Nutzer ist dabei ganz wichtig: Der Anschluss lässt sich beidseitig einstecken, was für weniger Frust, aber auch weniger USB-A-Memes sorgt.  (on)


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