Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/handelskrieg-trump-will-kein-5g-von-ericsson-und-nokia-aus-china-zulassen-1906-142108.html    Veröffentlicht: 24.06.2019 16:13    Kurz-URL: https://glm.io/142108

Handelskrieg

Trump will kein 5G von Ericsson und Nokia aus China zulassen

Trump setzt seine Kampagne gegen Huawei fort und will nun auch die Europäer zwingen, nicht mehr in China produzieren zu lassen. Die USA haben keinen eigenen 5G-Ausrüster.

Die Trump-Regierung will Ericsson und Nokia auffordern, 5G-Ausrüstung für den US-Markt nicht mehr in China herzustellen oder entwickeln zu lassen. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf informierte Kreise. Regierungsvertreter hätten die Ausrüster befragt, ob sie Technik außerhalb Chinas fertigen könnten, darunter neben Mobilfunkstationen auch Router, Switches und Software.

Nokia und Ericsson produzieren in direkter Nachbarschaft von Huawei im südchinesischen Shenzhen. Die neue Verordnung beinhalte eine Liste von Regeln und Vorschriften, die innerhalb einer Frist von 150 Tagen bis Oktober umzusetzen seien. Die Gespräche seien aber noch in einem frühen und informellen Stadium.

Basierend auf den Geschäftsberichten der Unternehmen schätzten Citi-Analysten laut Wall Street Journal, dass die Produktionsflächen von Ericsson in China im Jahr 2018 rund 45 Prozent und von Nokia 10 Prozent des Gesamtkonzerns ausmachten. Die Schätzungen der Analysten enthalten nicht den Einsatz von chinesischen Subunternehmen durch die beiden Konzerne.

Tatsächlich haben die USA keinen Mobilfunkausrüster mehr, besonders im Bereich Radio. Lucent Technologies fusionierte im Jahr 2006 mit der französischen Alcatel. Das Gemeinschaftsunternehmen wurde später von Nokia gekauft. Das Mobilfunknetzgeschäft von Motorola Solutions ging im Jahr 2010 an Nokia Siemens Networks.

Der chinesische Ausrüster Huawei steht im Zentrum der Angriffe durch die umstrittene US-Regierung. Hintergrund ist der eskalierende Handelskrieg zwischen den beiden führenden Wirtschaftsmächten. Da der US-Boykott aber die US-Technologiekonzerne wie Intel, Broadcom oder Qualcomm stärker schädigt als Huawei selbst, erwarten unternehmensnahe Kreise eine baldige Lösung in der zugespitzten Auseinandersetzung.  (asa)


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