Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/cwa-mehr-druck-auf-gewerkschafter-durch-t-mobile-sprint-fusion-1906-142074.html    Veröffentlicht: 21.06.2019 17:03    Kurz-URL: https://glm.io/142074

CWA

Mehr Druck auf Gewerkschafter durch T-Mobile-Sprint-Fusion

Die Gewerkschaft Communications Workers of America (CWA) fürchtet einen Stellenabbau durch das Zusammengehen von Sprint und T-Mobile US. Überwachung und Drangsalierung von Gewerkschaftern bei T-Mobile US müsse beendet werden.

Die Übernahme von Sprint durch die Telekom-Tochter T-Mobile US sei eine "gefährliche Marktkonzentration", die für Beschäftigte und die Kunden von Nachteil sein werde. Das erklärte die Gewerkschaft Communications Workers of America (CWA) am 21. Juni 2019. T-Mobile US unter der Führung von John J. Legere verstoße zudem seit Jahren gegen US-Arbeitsgesetze.

So verhindere der Mobilfunkbetreiber, dass sich Angestellte in der CWA organisieren. "Zu den Schikanen und der Einflussnahme zählen gezielte Maßnahmen wie die Befragung von Mitarbeitern über ihre Gewerkschaftsaktivitäten, die Überwachung von Beschäftigten, die sich organisieren, sowie Isolierung wegen Gewerkschaftsnähe. Das Unternehmen hat sogar Gewerkschaftsmitglieder entlassen. Diese Einschüchterungsversuche und Drohungen müssen sofort gestoppt werden", erklärte die Gewerkschaft.

Um nicht 30.000 Arbeitsplätze in den USA zu gefährden, fordert die CWA von T-Mobile US eine Arbeitsplatzgarantie. Zudem müsse der Mehrheitsaktionär Telekom sich verpflichten, die Rechte der US-Beschäftigten auf freie gewerkschaftliche Betätigung am Arbeitsplatz zu respektieren.

CWA-Präsident Chris Shelton sagt aus

Zehn US-Bundesstaaten haben die Bedenken der CWA und anderer Gegner angehört und am 11. Juni Klage eingereicht, um die Fusion zu blockieren. Die Telekom habe es versäumt, ihren Einfluss auf T-Mobile US zum Schutz der Arbeiterrechte zu nutzen und habe nicht reagiert, erklärte die Gewerkschaft. CWA-Präsident Chris Shelton hat vor zwei Kongressausschüssen über die Auswirkungen der Fusion auf die Arbeiter ausgesagt.

Die von den Republikanern dominierte US-Regulierungsbehörde FCC (Federal Communications Commission) hat sich für den Zusammenschluss von T-Mobile und Sprint ausgesprochen. Gewerkschaften und Verbraucherschützer warnen hingegen vor steigenden Preisen und dem Verlust von Arbeitsplätzen.

 (asa)


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